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Österreichisch denken

Eine große Ehre wurde den österreichischen Bausozialpartnern zuteil. Auf Einladung des Europäischen Gewerkschaftsbundes präsentierten sie in Brüssel die gemeinsame Nachhaltigkeitsinitiative »Umwelt+Bauen«. Auch wenn sich die EGB-Generalsekretärin Bernadette Segol von den Erfolgen der Initiative begeistert zeigte, ganz geheuer war ihr die enge Zusammenarbeit von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen nicht. »Auf europäischer Ebene sprechen Unternehmen und Gewerkschaften leider nicht dieselbe Sprache«, so Segol. Ob sich das heimische Erfolgsmodell in Zukunft auch in anderen Ländern Europa umsetzen lässt, wird von der Gesprächsbereitschaft – um nicht zu sagen Situationselastizität – der jeweiligen Player abhängen. GBH-Chef Josef Muchitsch brachte es in Brüssel schmunzelnd auf den Punkt: »Man müsste halt in Europa öfter mal ein bisschen österreichisch denken.«

Dass das aber nicht immer zielführend ist, zeigt das wiederholte Hickhack in Sachen Wohnbauförderung. Vor den Nationalratswahlen herrschte über die Parteigrenzen hinweg Einigkeit, dass die Gelder der Wohnbauförderung wieder zweckgebunden werden sollen. Dann geschah das Unvermeidliche: Die Wahl war geschlagen und plötzlich war alles ganz anders. Schnell wurden aus den Bundesländern Stimmen laut, dass das mit der Zweckbindung so einfach nicht gehe. Wenn, dann müsse es eine finanzielle Abgeltung geben, so die Zurufe aus Westösterreich. Aber warum eigentlich? Gerade die Bundesländer, die am lautesten schreien, versichern gebetsmühlenartig, dass ohnehin alle Bundeszuschüsse und zusätzlich noch Landesmittel ausschließlich für den Wohnbau verwendet werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Mehr dazu in der Februarausgabe des Bau & Immobilien Report

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