„Wenn sanieren, dann richtig!“

Roland Hebbel: »Will man den Faktor Arbeit sinnvoll entlas-ten, muss man an der Ausgabenseite schrauben.« Roland Hebbel: »Will man den Faktor Arbeit sinnvoll entlas-ten, muss man an der Ausgabenseite schrauben.« Foto: Steinbacher

Wir brauchen mutige Strukturreformen und keine populistischen Steuererhöhungen, die das Rückgrat der heimischen Wirtschaft schwächen. Ein Kommentar von Roland Hebbel, Geschäftsführer der Steinbacher Dämmstoff GmbH.

Laut Prognosen sollte es in diesem Jahr bergauf gehen – und im ersten Quartal zeichnete sich durchaus eine positive Entwicklung ab. Doch seitdem sind die Zahlen wieder rückläufig. Die großen Verlierer: hauptsächlich Produkte der Fassadenbereiche – aufgrund schwacher Neubau- und Sanierungsraten. Weiters ist das sehr zurückhaltende Investitionsverhalten der Kommunen sowie in der Tourismussparte nicht gerade förderlich für die wirtschaftliche Gesamtsituation. Alles in allem sehe ich für 2015 keine gravierenden Veränderungen, was auch die offizielle EU-Konjunkturprognose bestätigte. Demnach sinkt das Wachstum, Inflation und Arbeitslosigkeit steigen, die Flaute hält in der ganzen Eurozone an. Trübe Aussichten auch für Österreich: Statt geplanten 1,6 % beträgt das BIP-Wachstum 2014 in Österreich nur 0,7 %, für 2015 sind nur 1,2 % zu erwarten (statt geplanten 1,8 %) – erst 2016 erreichen wir voraussichtlich ein Wachstum von 1,5 %! Da heißt es wohl für alle Marktbeteiligten: Kräftig rudern, den Mut nicht verlieren ... und vor allem:

Nein zur Vermögenssubstanzsteuer!
Die sogenannte „Millionärssteuer“ würde den Mittelstand – das Rückgrat der Wirtschaft – extrem schwächen. Die Folge: noch weniger Investitionen, noch weniger Wachstum, noch weniger Arbeitsplätze! Vom bürokratischen Aufwand ganz zu schweigen ... Österreich befindet sich jetzt schon an fünfthöchster Stelle der EU, was die Steuer- und Abgabenquote anbelangt! Will man den Faktor Arbeit nachhaltig und sinnvoll entlasten, muss man an der Ausgabenseite schrauben – nicht an der Einnahmenseite. Was wir brauchen, sind mutige Strukturreformen, um die überbordenden Ausgaben unseres Landes einzudämmen. In den Bereichen Pensionen, Gesundheit, Verwaltung und Förderungen steckt enormes Einsparpotenzial: Mittel- bis langfristig könnten hier 12 Mrd. Euro lukriert werden! Allein die Anhebung des Pensionsantrittsalters auf das Durchschnittsniveau der OECD würde 7,4 Mrd. Euro sparen. Kurz: Wenn sanieren, dann richtig – und zwar auf der richtigen Seite!

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