Best of Baumaschinen

Foto: Bau der James-Bond-Erlebniswelt in Sölden. Foto: Bau der James-Bond-Erlebniswelt in Sölden. Foto: Liebherr

Auch heuer hat der Bau & Immobilien Report wieder führende Baumaschinenhersteller nach spektakulären, herausfordernden oder einfach nur interessanten Einsatzberichten gefragt. Herausgekommen ist ein Sammelsurium nicht immer alltäglicher Einsätze:

Liebherr: In geheimer Mission in Sölden

Wer an Berge, ausgesetzte Gipfel und Gletscher denkt, hat dabei vermutlich keine Baumaschinen vor Augen. Baumaschinen und Mining-Geräte von Liebherr versehen aber auch in dieser unwirtlichen Kulisse unaufgeregt ihren Dienst. Beim Bau der James-Bond-Erlebniswelt »007 Elements« am 3.056 m hohen Gaislachkogel in Sölden kamen die beiden Schnelleinsatzkrane 81 K und 81 K.1 zum Einsatz. Für die Ausstellungsfläche von 1.300 m² wurden insgesamt 2.700 m³ Beton und 400 Tonnen Stahl verarbeitet. Zudem mussten zwischen 12.000 und 15.000 m³ Felsen abgetragen werden. 

Die Arbeiten fanden bei widrigsten Witterungsbedingungen bei bis zu minus 28 Grad statt. Vor allem die Betoneinbringung gestaltete sich schwierig. Im Sommer wurde der Beton mit Fahrmischern bis zur Mittelstation befördert, um dann mittels einer Umladestation mit allradgetriebenen Fahrmischern zum Gipfel zu gelangen. Im Herbst wurde der Beton bis zum Tiefenbachgletscher transportiert, um möglichst viel Höhe zum Einbauort zu überbrücken. Für den Betontransport zum Gipfel kamen unter anderem auch zwei Helikopter zum Einsatz. Dann wurde der Beton von den beiden Kranen in den Bau eingebracht. Wegen des frühen Schneefalls konnten die Krane nicht mehr abgebaut werden und wurden daher im Winter am Gipfel zwischengelagert. 

Die Schnelleinsatzkrane überzeugten mit ansprechendem Design, Zuverlässigkeit und starker Leistung. So kann etwa die Tragkraft bei Bedarf temporär um bis zu 20 Prozent erhöht werden. Mit der so genannten Load-Plus-Funktion ist es bei schwereren Hüben nicht nötig, zusätzlich einen größeren Kran zu nutzen. Durch Anbolzen einer Verlängerung kann der Ausleger der Krane ohne großen Aufwand um drei Meter verlängert werden.


Rubble Master: Bauschutt-Recycling in Rekordtempo

 

Knapp 60 Jahre hatte die 2.750 Meter lange Start- und Landepis­te am Flughafen Salzburg auf dem Buckel. Nach fünfwöchiger Totalsperre ging der Flughafen Salzburg am 28. Mai wieder in Betrieb. Rubble Master trug wesentlich zur nachhaltigen Generalsanierung bei. Mit einem kompakten Brecher des Linzer Unternehmens wurden am Salzburger Flughafen 8.500 Tonnen Material vor Ort gebrochen und sofort wiederverwendet. Der angemietete, kompakte Brecher RM 100GO! konnte direkt am Areal des Flughafens Salzburg seine Arbeit verrichten und schaffte es, in knapp einer Woche das gesamte Material der knapp drei Kilometer langen Rollpiste zu einem wiederverwertbaren Endprodukt zu brechen. Mit diesem Wertkorn konnte die Auskofferung der neuen Rollbahn befüllt werden. Durch dieses Bauschutt-Recycling entsteht ein Kreislauf, bei dem Transport- und Materialkosten gespart werden und die Umwelt geschont wird.


Huppenkothen: Auf den Spuren von Carl Ritter von Ghega

Die in den Jahren 1849 bis 1853 unter der Leitung von Carl Ritter von Ghega errichtete Semmeringbahn zwischen dem niederösterreichischen Gloggnitz und dem steirischen Mürzzuschlag gilt als die erste Gebirgsbahn der Welt und wurde 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Seit 2016 wird die 41 km lange Strecke Schritt für Schritt saniert. Aktuell werden im Auftrag der ÖBB Infrastruktur AG die drei Viadukte über Wagnergraben, Gamperlgraben und Rumplergraben bei laufendem Betrieb und unter den strengen Augen des Denkmalschutzes generalüberholt. Aufgrund des topographischen Umfelds und des geringen Platzangebots können für die Sanierung auch nur sehr spezifische Baumaschinen zum Einsatz kommen. Zahlreiche der eingesetzten Geräte und Fahrzeuge stammen deshalb vom Kompaktmaschinen-Spezialisten Huppenkothen, darunter zwei Takeuchi Kompaktbagger TB2150R und sechs TB290 mit HUPPTronic-System.

Mit der programmierbaren Hub-Schwenkbegrenzung können Hub und Schwenkbereich so definiert werden, dass bestimmte Arbeitsbereiche nicht verlassen werden. Damit wird verhindert, dass der Bagger in dem Bereich der Gleise schwenkt und nicht Züge touchiert. Weiters sind beide TB2150R mit einem Spezial-Lasthaken ausgestattet. Dieser ist anstelle des Stiels direkt am Hauptarm angebracht und wurde als Sonderaufbau auf Kundenwunsch angefertigt, um die schweren Granitblöcke zu heben. Zusätzlich sind von Huppenkothen vier Ausa Dumper APG 1000, zwei Mecalac Dumper TA6s und zwei Raupendumper vom Typ Morooka MST1500 im Einsatz.


Wacker Neuson: Tierischer Einsatz

Der Kettendumper DT10e mit Elektroantrieb von Wacker Neuson spielt vor allem dort seine Stärken aus, wo beim Materialtransport keine Abgasemissionen entstehen sollen und kompakte Maschinen gefragt sind. So überzeugte der Dumper mit einer maximalen Nutzlast von 1.000 Kilogramm und einem Muldenvolumen von bis zu 427 Litern beispielsweise bei Transportarbeiten im Zoo in Linz, wo sich die leise und abgasfreie Arbeitsweise ausgezahlt hat: Die tierischen Bewohner des Zoos haben den Kettendumper kaum bemerkt.

Im Dumper DT10e sind drei Elektromotoren verbaut. Jeweils einer der Motoren treibt die Ketten an, der dritte Elektromotor wird für die Arbeitshydraulik eingesetzt. Dank dieser innovativen Antriebstechnologie entstehen beim Einsatz des Kettendumpers keine Verbrennungsabgase. Unternehmer, die sich für den kompakten Dumper DT10e entscheiden, können somit vom Vorteil der Emissionsfreiheit profitieren, müssen aber keine Abstriche hinsichtlich der Leistung machen.


Winkelbauer: Komplexe Tiefbaulösungen mit Teleskoparmen

 

Bis 2020 soll das Innkraftwerk Kirchbichl revitalisiert, mit Fischwanderhilfe und neuem Krafthaus ausgestattet werden. Über 20 Meter griffen dabei spezielle Teleskoparme des Baumaschinenausrüsters Winkelbauer in die Baugruben hinein. Um Platz für Turbinen und Co. zu schaffen, wurden insgesamt mehr als 4.200 Kubikmeter Material ausgehoben. Für den Aushub wurde auf die zu 100 Prozent in Österreich entwickelten und produzierten Teleskoparme von Winkelbauer gesetzt. Der Teleskoparm ist ein einfach teleskopierbares System und wird mit robusten Kunststoff-Gleitplatten geführt.

In der innenliegenden Energiekette sind Hydraulikschläuche vor Beschädigungen geschützt. Standardmäßig werden Kabel für Beleuchtung und Kamerasysteme mitverbaut. Der Teleskoparm kann mit eigens für diese Einsätze entwickelten HD-Greifern von ein bis zwei Kubikmetern ausgestattet werden. Das Teleskoparmsystem von Winkelbauer ist einfach zu warten, hat geringe Betriebskosten und kann für unterschiedliche Trägergeräte und Arbeitstiefen angepasst werden.


Zeppelin Rental: Brandschadensanierung im Tunnel

 

Im Tunnel Rannersdorf an der Wiener Außenring-Schnellstraße S1 geriet Ende April aufgrund eines technischen Defekts in Fahrtrichtung Vösendorf ein LKW in Brand. Die Folge waren starke Beschädigungen der Fahrbahn, des Tunneloberbaus und der Sicherheitstechnik auf einer Länge von 600 Metern. Bei den Sanierungsarbeiten, mit denen die Infrastrukturgesellschaft Asfinag unter anderem die SSB Sanierung Straße Brücke Bau GmbH mit Hauptsitz in Spittal an der Drau beauftragte, kam auch zahlreiches Mietequipment von Zeppelin Rental Österreich zum Einsatz, darunter mehrere Personenarbeitsbühnen, drei Stromerzeuger, ein Kompressor, ein Radlader CAT 906 sowie ein Toyota Hilux. Während der Toyota als Dispofahrzeug dem Transport von Personal und Material diente, wurden von den Teleskop-, Gelenk-Teleskop- und Scherenbühnen aus Sanierungs- und Schalungsarbeiten an den Tunnelwänden und -decken durchgeführt.


Volvo: Im Zeichen von Valentino Rossi

 

Der steirische Erdbauunternehmer Martin Moser zählt wohl zu den größten Fans der italienischen Motorsport-Legende Valentino Rossi. Das sieht man auch an seinem Fuhrpark, der seit dem Jahreswechsel im Originalblau von Valentino Rossi erstrahlt und liebevoll designt und beklebt wurde. Unter den Maschinen befindet sich auch ein Volvo EC160E mit Steelwrist Tiltrotator von Ascendum Baumaschinen Österreich. Dabei handelt es sich um eine Art „Handgelenk“, das zwischen Baggerausleger und Löffel angebracht ist. Damit ist der Baggerfahrer in der Lage, den Löffel oder ein anderes Anbaugerät bis zu 45 Grad zu schwenken und beliebig zu drehen.

Während Tiltrotatoren hierzulande noch eher selten anzutreffen sind, sind sie in Skandinavien schon heute weit verbreitet. Mehr als 90 Prozent aller Bagger zwischen drei und 25 Tonnen sind dort mit einem Tiltrotator ausgestattet. Neben einer deutlichen Leistungs- und Ertragssteigerung bietet dieses Werkzeug mehr Sicherheit am Arbeitsplatz, umweltschonenderes Arbeiten und eine viel flexiblere Nutzung des Baggers. 


Wirtgen: Kaltrecycler in San Jose

Die Anforderungen an Straßensanierungen sind weltweit identisch: Wirtschaftlich und am besten umweltfreundlich müssen sie sein, und vor allem schnell umgesetzt. Denn die Zeit drängt. Flickarbeiten sind dabei weder nachhaltig noch bekämpfen sie die Ursache.

Heute schon im Trend und als Lösung in Zukunft mehr denn je gefragt ist das Kaltrecycling-Verfahren, bei dem die Wiederverwertung des Oberbaumaterials Grundvoraussetzung ist. So wird beim Kaltrecycling in-place der Asphaltoberbau je nach Beschädigung vollständig oder schichtweise von einem Recyclingzug auf ganzer Fahrbahnbreite in einem Übergang und unter Zugabe von Bindemitteln vor Ort aufbereitet und gleich wieder eingebaut. Speziell das Kaltrecycling mit Schaumbitumen rückt immer mehr in den Fokus von Straßenbaubehörden und Bauunternehmen. Dabei wird der Schaumbitumen mit dem vorliegenden Baustoff in-place verarbeitet. Nach abschließender Verdichtung zeichnet es sich durch eine langfristige und hohe Tragfähigkeit aus.
In San Jose in Kalifornien recycelte der Wirtgen Kaltrecycler W 380 CRi zwei Fahrbahnspuren 10 cm tief und unter Zugabe von 2,5 Prozent Schaumbitumen sowie drei Prozent Wasser.


Rockster: Wiederaufbau der Infrastruktur an Syriens Grenze

Gebeutelt von den Tumulten der letzten Jahre im türkisch-syrischen Grenzgebiet, ist die türkische Provinz Gaziantep nun wieder im Aufschwung. Für die Aufbereitung von über einer Mio. Tonnen Kalkstein für den Bau und die Sanierung unzähliger neuer Straßen wurde ein neuer Rockster Prallbrecher R1100S angeschafft, welcher seitdem im täglichen Einsatz ist. Ausgestattet mit der Siebbox RS114 und dem doppelfunktionalen Rückführ-/Haldenband RB95 bricht die Anlage Kalkstein mit Kantenlängen von bis zu 1.000 mm auf 0–35 mm großes Endkorn. Durch den Einsatz der Vorabsiebung wird der sandige Anteil im gebrochenen Material entfernt und man erhält – in nur einem Arbeitsschritt – ein hochwertiges kubisches Endkorn und somit bestes Trägermaterial für den Straßenbau.


Die größten Maschinen der Welt

Der Gebrauchtmaschinen-Händler Surplex hat ein Ranking der 10 größten Maschinen der Welt erstellt. Auf Platz 1 thront unangefochten der Teilchenbeschleuniger im Schweizer Kernforschungszentrum CERN. Aber auch vier Baumaschinen tummeln sich in der Bestenliste.

Last modified onDonnerstag, 17 Oktober 2019 14:49
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