Best of Einsatzberichte

Best of Einsatzberichte

Auch heuer wieder hat der Bau & Immobilien Report führende Baumaschinenhersteller nach spektakulären, herausfordernden oder einfach nur interessanten Einsatzberichten gefragt. Herausgekommen ist ein Sammelsurium nicht immer alltäglicher Einsätze.

Kobelco: KFZ-Recycling mit SK210D

(Bild: oben)

Kfz-Recycling ist ein großes Geschäft. Rund sechs Millionen Fahrzeuge erreichen jedes Jahr das Ende ihrer Nutzungsdauer in Europa. Als Ersatzteilquelle haben sie einen hohen Stellenwert. Ein typischer Personenkraftwagen besteht zu etwa 65 % aus Stahl und Eisen sowie Kupferfasern, Glas und Kunststoffen, und mindestens 95 % des Gesamtgewichts des Fahrzeugs können recycelt oder wiederverwendet werden. Natürlich ist das Kfz-Recycling eine Spezialindustrie, und das Verfahren ist äußerst kompliziert.

Die Firma Autodemontage Spanje & Zn aus den Niederlanden ist seit Jahren auf die Verwertung von Kfz spezialisiert. Seit 2017 erfolgt die Demontage mit einem Kobelco SK210 Car Dismantler. Dadurch können statt bisher vielleicht 15 oder 20 Autos pro Tag nun an einem guten Tag bis zu 60 Autos demontiert werden. Weltweit sind bereits über 1100 dieser Kobelco-Maschinen im Einsatz, um den unterschiedlichsten Metallschrott von Schrottfahrzeugen bis zu Eisenbahnwaggons, Motorrädern und gebrauchten Haushalts-Elektro- und Haushaltsgeräten zu zerlegen und zu recyceln. Ausgestattet mit einzigartig gestalteten Klemmarmen zum Öffnen und Schließen kann man einfach Gegenstände fixieren, um Teile effizient zu entfernen.


Liebherr: Erster Feldeinsatz für 100-Tonnen-Muldenkipper

Der neue 100-Tonnen-Muldenkipper T236 von Liebherr wurde erstmals 2016 auf der MINExpo in Las Vegas präsentiert. Nach einer erfolgreichen Testphase startete im August 2017 am Erzberg der erste Feldeinsatz.  Dabei überzeugt der T 236 durch das hohe Anfahrtsdrehmoment und eine gute kontinuierliche Leistungsübertragung. Der Truck erweist sich damit als unempfindlich hinsichtlich der Fahrgeschwindigkeit bei Steigungs- und Nutzlastschwankungen.

Bei Bremsvorgängen »stützt« sich der Truck auf dem Elektromotor ab. Der Generator wird bei der Active-Front-Technologie im Verzögerungsmodus als Motor benutzt, um den Verbrennungsmotor anzutreiben. Das Antriebssystem arbeitet dann mit einer kontrollierten Motordrehzahl nahezu ohne Kraftstoffverbrauch und kann niemals überdrehen. Ölgekühlte Lammellenbremsen erlauben zudem ein gleichzeitiges, besonders zuverlässiges und kontinuierliches Verzögern mit der Vorder- und Hinterachse. Dieser neue Muldenkipper mit starrem Rahmen und dieselelektrischem Antrieb ist für Liebherr der Einstieg in die 100-Tonnen-Klasse. Er ist der erste seiner Klasse mit einem 4-Ecken-Ölbadbremssys­tem.


Komatsu: das größte Elektrofahrzeug der Welt

Seit Anfang des Jahres arbeitet in einem Steinbruch einer Schweizer Zementfabrik ein auf Elektroantrieb umgerüsteter Muldenkipper des Typs Komatsu HD 605-7. Dieses weltweit größte Elektrofahrzeug bewältigt selbst vollbeladen mit einem Gewicht von 110 Tonnen Steigungen von bis zu 15 %. Auf der Talfahrt laden sich die größten je in ein Fahrzeug eingebauten Batterien von 700 kWh wieder auf – der Muldenkipper wird dadurch zum Energie-Plus-Fahrzeug. Der so erwirtschaftete Überschuss bei den 20 Fahrten täglich wird auf 200 kWh geschätzt und auf bis zu 77 MWh Strom pro Jahr beziffert. Dieser kann vom Betreiber ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden und führt so zu einem Nettogewinn. Dazu tragen auch die geringeren Wartungskosten für Elektromotoren und Batterien bei.

Der eMining Dumper wird die nächsten zehn Jahre jährlich über 300.000t Gestein transportieren und damit 1.300t CO2 und 1 Mio. l Diesel einsparen. Bis es so weit war, musste die Schweizer eMining AG anspruchsvolle Umbauarbeiten vornehmen. Das Gerät wurde in seine Einzelteile zerlegt, revidiert und auf den Elektroantrieb umgerüstet. Als Herzstück wurde ein 800 PS starker Elektromotor eingebaut. Dazu wurde dem Gerät die größte je für ein Elektrofahrzeug hergestellte Batterie eingebaut (5 t und 700 kWH).


Winkelbauer: Mehr Reichweite dank Zusatzlöffelstiel

Für Einsätze, bei denen Beweglichkeit und extreme Reichweite erforderlich sind, wie etwa im Uferbau oder bei Abbruch- aufgaben, hat Winkelbauer einen Zusatzlöffelstiel im Angebot. Mit der variablen Reichweitenverlängerung von 2 bis 3,5 Meter können daher auch mit einem 25-Tonnen-Bagger Abbrucharbeiten von einem vierstöckigen Haus durchgeführt werden. In Sekundenschnelle wird der Zusatzstiel vollhydraulisch mit coupfix aufgenommen. Der Front-pin-Lock sorgt für die höchste Sicherheitsstufe bereits beim Aufnehmen eines Anbaugerätes sowie im Einsatz.


Palfinger: Prototyp für Prommegger Seilbahnen

Seit vielen Jahren ist die Prommegger Seilbahnen GmbH mit Sitz in Dorfgastein führend im Bereich der Transport- und Montagelösungen im unwegsamen Gelände. Neben dem Aufbau von Materialseilbahnen betrifft das beispielsweise die Montage und Wartung von Flutlichtmasten oder Hängebrücken. Zuverlässiges Arbeitsgerät ist dabei unter anderem der Palfinger Ladekran, der dem Montageteam durch den Aufbau am LKW und seine Reichweite auch Zugang zu schwer erreichbaren Stellen verschafft. Neben Kranen mit mittlerer Hubleistung und einem PK 72000 gehört seit Anfang 2018 auch ein Prototyp des PK 135.002 TEC 7 zur Flotte der Prommegger GmbH. Als ausgewählter Lead User konnte die Firma Prommegger das neue Modell bereits vor Serienfreigabe übernehmen und auf Gebrauchstauglichkeit prüfen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Kundenanforderungen rechtzeitig erkannt und zur Weiterentwicklung und Verbesserung des Produktes eingesteuert werden.

Der Prototyp ist nun schon in vollem Einsatz, beispielsweise beim Aufbau der neuen Seilbahn in Bad Gastein, wozu der Lkw samt Ladekran mit dem Zug angeliefert wurden. Ausgestattet mit Fly-Jib, Seilwinde und Assistenzsystemen ist er der ideale Partner für die Durchführung der präzisen Montagearbeiten, die das Team Prommegger täglich meistert.


Rubble Master: Papierfabrik wieder verwerten

Auf einem ehemaligen Industriegelände in Basel soll in den nächsten Jahren stadtnaher grüner Wohnraum entstehen. Bevor es so weit ist, muss eine alte Papierfabrik abgerissen werden. Bei der Aufbereitung des Stahlbetons setzt das Schweizer Familienunternehmen Terraluk Tiefbau GmbH auf einen RM 120GO!. Während der nächsten zwei Jahre werden hier 60.000 m³ Beton gebrochen und dank des Einsatzes des RM Brechers zu 90 % gleich direkt vor Ort wieder verbaut. Das spart rund 40 % an LKW Fahrten, was neben ökonomischen auch ökologische Vorteile bringt. Die strengen Umweltauflagen in Basel erfüllt der RM 120GO! dank des emissionsarmen Antriebs und seines niedrigen Lärmpegels spielend. Der mobile RM Prallbrecher verbraucht durch seinen innovativen DDE Antrieb selbst bei einem Durchsatz von 1.200 t/ Tag nur rund 25 bis 30 l Treibstoff. Mit dem Kauf des RM 120GO! und das Haldenband RM MTS2010 ist Terraluk übrigens komplett neu und äußerst erfolgreich in den Bereich Aufbereitung und Recycling eingestiegen, denn diesem Erstprojekt sind mittlerweile weitere Aufträge gefolgt.


Zeppelin: Bau einer Fischaufstiegshilfe

Im Brigittenauer Sporn bei der Schemerlbrücke mit ihren berühmten stromaufwärts blickenden Löwen wird eine neue Fischaufstiegshilfe errichtet. Um das Projekt realisieren zu können, musste das Greifensteiner Bauunternehmen Karner eine Steinmauer und eine Baustraße im Donaukanal errichten. Dafür wurden rund 2000 Tonnen Wurfsteine und 3000 Tonnen Schüttmaterial benötigt. Des Weiteren mussten ca. 1800 Tonnen Beton und 12.000 Tonnen Aushubmaterial unter Wasser abgetragen, verladen und entsorgt werden. Anschließend musste die bestehende Baustraße aus dem Wasser wieder rückgebaut werden. Zum Einsatz kam ein Kettenbagger CAT 320ELRR mit Kurzheck, der sich vor allem durch seine überragende Manövrierfähigkeit auf engem Raum auszeichnet.


Felbermayr: Alpine Schwertransporte

Insgesamt 13 Schwertransporte mit Stückgewichten von bis zu 152 Tonnen transportierte Bau-Trans für das Speicherkraftwerksprojekt Obervermunt II in Vorarlberg. Entscheidendes Transportmittel dabei waren selbstfahrende Schwerlastmodule namens PST von Felbermayr. Das Projekt hatte eine Vorlaufzeit von zwei Jahren, schließlich mussten nicht weniger als 60 Brücken statisch nachgerechnet werden, um die nötigen Genehmigungen zu erhalten. So richtig zur Sache ging es auf den letzten 13 Kilometern auf der Silvretta-Hochalpenstraße mit Steigungen und Gefälle bis zu zwölf Prozent. Noch anspruchsvoller waren Querneigungen von bis zu 19 Prozent und enge Kurvenradien. Das war auch der Grund für den Einsatz des PST. Denn andere Fahrzeugvarianten wären mit 2,5 Metern zu wenig breit gewesen. Ein niedrigerer Schwerpunkt hätte die Kippgefahr aber massiv erhöht. In der Maschinenkaverne angekommen, wurden die Komponenten dann mit einem Portalkran abgeladen. Die Fundamentstellung der Transformatoren wurde durch Mitarbeiter von Bau-Trans durchgeführt. Dabei wurden die Spannungswandler mittels sogenannter Greifzüge auf einem Schienensystem, seitlich etwa 60 Meter, in die Trafokaverne verzogen und anschließend fixiert.


Wolffkran: neues Stadtviertel in Flandern

Im Yachthafen der belgischen Stadt Hasselt, dem sogenannten »Blauen Boulevard«, entsteht bis Ende 2018 ein trendiges Wohn- und Einkaufsviertel. Acht gelbe Wolff-Krane in den Hausfarben des ausführenden Bauunternehmens Strabag Belgium NV sorgen in der Hauptstadt der belgischen Provinz Limburg dafür, dass das Material auf der Baustelle des »Quartier Bleu« von A nach B gelangt. Schnelle Montagen sowie exakt aufeinander abgestimmte Turmhöhen sorgen für einen reibungslosen Baufortschritt trotz beengter Platzverhältnisse.

Alle acht eingesetzten Turmdrehkrane der Typen WolffF 6015, 6023, 6031 sind spitzenlose Obendreher und gehören zur Wolff clear-Reihe. Mit Hakenhöhen von 46,1 bis 73,5 Metern sowie Ausladungen zwischen 50 und 60 Metern schwenken die Wölffe problemlos untereinander durch und kommen sich bei der Materialversorgung mit Schalungselementen und Betonfertigteilen nicht ins Gehege. Bereits die Montage der Obendreher stellte die Verantwortlichen vor große Herausforderungen und bot ein imposantes Schauspiel: Zwei Mobilkrane mit einer Traglast von 250 Tonnen und 400 Tonnen sowie einem beträchtlichen Arbeitsradius von 35 bis 40 Metern ließen die acht Krane innerhalb von drei Monaten nach und nach in die Höhe wachsen. Aufgrund beengter Platzverhältnisse auf der Bau-stelle bewältigten die Mobilkrane den Aufbau von der Straße aus. Dadurch kam es zeitweise zu Verkehrssperrungen, die einer Sondergenehmigung der Stadtverwaltung und der Polizei bedurften.

 

 

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