Das bringt 2015: Teil III

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Die Report-Umfrage. Prominente Köpfe aus Politik und Wirtschaft werfen einen Blick in die Glaskugel und verraten, was sie vom neuen Jahr erwarten.

Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender Bank Austria: Reformen dringend nötig
»Unabhängig von Wirtschaftsprognosen werden wir mittel- bis langfristig in Österreich unseren hohen Lebensstandard nicht halten können, wenn die Politik nicht bald gezielt gegensteuert. Dringend notwendige Reformen in den Bereichen Bildung, Pension, Verwaltung und Steuern müssen endlich angegangen werden. Auch gilt es, die Forschungsquote weiter zu erhöhen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dazu sollte das Stiftungsrecht reformiert werden und steuerliche Anreize für Vermögende geschaffen werden, damit diese ihre Mittel vermehrt der Forschung, aber auch für Start-ups zur Verfügung stellen. Die Konzentration auf wachstumshemmende Aktivitäten, wie etwa die hohe Belastung der Banken, ist für den Wirtschaftsstandort Österreich hingegen wenig hilfreich und stellt einen Wettbewerbsnachteil gegenüber unserer europäischen Konkurrenz da.«

Georg Bursik, Geschäftsführer der Wopfinger Baustoffindustrie: Die Hoffnung lebt
»Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verstellen einen ›gesicherten‹ Blick auf 2015. Dennoch lassen sich für die Baubranche Ansätze erkennen, die vorsichtig optimistisch stimmen. Fakt ist: Österreichs Bevölkerung wächst seit Jahren und wird das auch weiter tun. Das haben die Sozialpartner und Regierungsparteien erkannt. Sie wollen gemeinsam mit Wohnbaugenossenschaften mehr in leistbare Wohnungen investieren. Die zuletzt via Medien lancierten Wünsche aus den Ministerien geben Hoffnung. Auch eine verstärkte thermische Sanierung des Altbestandes lässt auf Impulse für die Bauwirtschaft hoffen. Im Sinne einer Energieunabhängigkeit Österreichs ist die beste Energie immer noch die, die man gar nicht erst braucht. Unser Finanzminister kann kein gesteigertes Interesse an weiteren CO2-Strafzahlungen nach Brüssel haben, wenn er mit gezielten Fördermaßnahmen à la ›Sanierscheck» die Wirtschaft beleben und Energie einsparen kann. Die Errichtung von Vollwärmeschutzfassaden ist personalintensiv: Ein Quadratmeter benötigt in etwa eine Mannstunde.«

Johannes Baumgartner, Managing Director Österreich Fujitsu: Mit Lösungen unterstützen
»Die letzten Jahre haben uns klar erkennen lassen, dass wir in der IT und in der Gesellschaft einen gewaltigen Veränderungsprozess durchlaufen. Vorgehensmodelle, welche jahrelang erfolgreich funktioniert haben, verlieren ihre Gültigkeit. Geschwindigkeit, Flexibilität und Verfügbarkeit sind Eckpfeiler des Erfolgs. Unternehmen müssen in vielen Bereichen erst verstehen lernen, wie sie damit umgehen. Unsere Rolle als globaler Konzern sehen wir darin, Unternehmen mit Lösungen zu unterstützen, welche ihnen ermöglichen, ihr Business weiter zu optimieren, um einen klaren Wettbewerbsvorteil zu schaffen.«

Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria: Priorität LTE
»Für den raschen, flächendeckenden Breitbandausbau ist LTE die günstigste und sinnvollste Technologie. Daher hat der österreichweite Ausbau von LTE bei T-Mobile dieses Jahr oberste Priorität. Wir rechnen damit, Ende des Jahres bereits 9 von 10 Österreicherinnen und Österreicherinnen mit der derzeit schnellsten Mobilfunktechnologie versorgen zu können. Derzeit erreichen wir mit LTE rund 60 Prozent der Bevölkerung und bei uns ist LTE kein Extra, sondern in den aktuellen Angeboten inkludiert.«

Klaus Schierhackl, Vorstand Asfinag: Die Kunst, stabile Ergebnisse zu erzielen
»2015 wird ein Jahr der Herausforderungen. Wir agieren immer globaler, Liefer-, Dienst- und Sachleistungen gibt es en masse. Die nennenswerten Wachstumsmärkte sind fernab von Europa. Die Chance der heimischen Wirtschaft besteht darin, das bestehende Potenzial zu nutzen und eine sehr gute Qualität zu bieten. Mittel- und langfristig wird man nicht dem billigsten Produkt, sondern dem mit der besten Preis-Leistungs-Relation folgen: Hier ist Österreich wettbewerbsfähig, wie sich an weltweit veräußerten Spitzenprodukten zeigt. Die Kunst der kommenden Jahre besteht darin, trotz einer gewissen mengenmäßigen Stagnation stabile Ergebnisse zu erzielen; das unendliche Wachstum kann in Anbetracht der bereits guten Entwicklungen in Österreich nicht als realistisches Ziel gesehen werden. Mit einer guten und zeitgemäßen Autobahninfrastruktur wollen wir diese Entwicklung der österreichischen Unternehmen und damit auch der dort beschäftigten Mitarbeiter maßgeblich unterstützen.«

Clemens Demacsek, Geschäftsführer der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (GPH): Schritt Richtung Ökologisierung
»Die Styropor-Industrie hat einen bedeutenden Schritt bei der Ökologisierung ihrer Produkte gesetzt: Seit Jahresbeginn stellen die GPH-Mitglieder ausschließlich EPS-Dämmstoffe mit einem neuen alternativen Flammschutzmittel her. Aufgrund seiner polymeren Struktur ist es biologisch nicht verfügbar, d.h. es kann von Organismen weder aufgenommen noch in diesen angereichert werden. Selbstverständlich wurden die Styroporprodukte aus ökologisch unbedenklichen Kunststoffen auf Herz und Nieren geprüft. Umfangreiche Prüfprogramme zeigten, dass bei EPS-Dämmstoffen mit dem neuen alternativen Flammschutzmittel nicht nur das Brandverhalten, sondern auch alle anderen positiven Produkteigenschaften, wie Wärmeleitfähigkeit oder mechanische Eigenschaften unverändert erhalten bleiben. Durch diese Lösung ist sichergestellt, dass Styropor auch in Zukunft zu 100 Prozent wiederverwertbar bleibt.«

Horst Heftberger Geschäftsführer, Hitachi Data Systems: Holistischer Ansatz im Mittelpunkt
»2015 wird ein spannendes Jahr. Wir streben ein Wachstum in zweistelliger Höhe an. Den stärksten Anstieg erwarten wir im Bereich In-Memory Computing und Converged-Lösungen. Hier konnten wir schon 2014 die ersten Erfolge erzielen. Der Ansatz IT-as-a-Service wird für Unternehmen zum essentiellen Punkt, um mit Marktentwicklungen mithalten zu können. Abgeschottete IT-Lösungen werden vollkommen verschwinden. Im Zukunft steht der holistische Ansatz im Mittelpunkt. In diesem Zusammenhang erwarten wir auch einen Wandel in der Partnerlandschaft. Veränderungen in allen Bereichen bringen neue Entscheidungsträger hervor. Die Erwartungen an das neue Jahr sind hoch – Hitachi Data Systems ist gerüstet!«

Byron Haynes, CEO BAWAG P.S.K.: Für die Herausforderungen gerüstet
»Wir haben 2014 viel erreicht: Wir konnten unsere Marktposition ausbauen, unsere Kostenstruktur optimieren, die Kapitalausstattung verbessern, den Bankstress-Test erfolgreich absolvieren und erfreuliche Quartalsergebnisse präsentieren. Trotz anhaltend schwacher Konjunkturaussichten für das Jahr 2015 sind wir für die Herausforderungen des neuen Jahres gut gerüstet. Wir werden in unser einfach verständliches ›Boxen‹-Produktkonzept, das Konto-, Kredit-, Vorsorge- und Veranlagungsprodukte umfasst, weiter investieren. Diese können österreichweit in unseren Filialen ebenso wie über unsere Website online abgeschlossen werden. Auch das E-Banking samt Apps ist im Sinne unseres Multikanal-Ansatzes eine immer wichtiger werdende Vertriebsschiene und wird 2015 mit neuen Features weiter aufgerüstet. Ergänzend zum Privatkundengeschäft bleiben wir auch 2015 ein starker Partner für Firmenkunden. Wir werden die Bedürfnisse aller unserer Kunden weiter intensiv beobachten, um rechtzeitig das Angebot darauf abzustimmen, wann, wo und in welcher Form unsere Kunden ihre Bankgeschäfte erledigen wollen.«

Gernot Tritthart, Marketing & Innovation Director, Lafarge Central Europe (LCE): Innovation schafft Perspektiven
»Der Ausblick auf das kommende Jahr ist für die Baubranche wenig erfreulich. Mangels Wachstumsimpulsen erwarten wir auch im Jahr 2015 keine positive Entwicklung des Neubaus. Für uns als Zementproduzent ist es darum wichtig, die Trends der Zeit – Globalisierung, Urbanisierung, Bevölkerungswachstum, Nachhaltigkeit, Alternative Energie, Infrastrukturvernetzung, neue Baumethoden (Geschwindigkeit, Genauigkeit), leistbares Bauen und Wohnen, Ready-To-Use Produkte – zu erkennen und darauf zu reagieren. Wir sind gefordert, innovative Lösungen und maßgeschneiderte Produkte für die Baubranche der Gegenwart sowie der Zukunft zu bieten. Das erfordert eine 360-Grad-Herangehensweise an den Baustoff über dessen gesamten Lebenszyklus. Eine smarte Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Anwendern ist die Basis, um dieses Ziel zu erreichen. Wir von Lafarge wenden dieses Prinzip bereits erfolgreich an. Wir haben erkannt, dass 100 % mineralische Wandlösungen im Trend der Zeit liegen und arbeiten mit Kunden an innovativen Produkten. Dabei setzen wir unsere technischen Zentren in Mannersdorf und Lyon ein, sowie unser Know-how aus der Praxis. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Weg der Motor für nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist.«

Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender UNIQA Österreich: Verstärktes Interesse nach privater Vorsorge
»Im Jahr 2015 steht bei UNIQA Österreich vor allem die neue klassische Lebensversicherung im Mittelpunkt, die erstmals in den Verkauf geht. Wir erwarten, dass das neue Produkt vor allem aufgrund der größeren Flexibilität gut angenommen wird. Aufgrund des Online-Pensionskontos spüren wir gerade bei der privaten Vorsorge ein verstärktes Interesse der Kunden. Viele Menschen haben das erste Mal eine Vorstellung davon bekommen, wie hoch ihre Pension ausfallen wird. Das hat bei vielen zu einem Aha-Effekt geführt. Wie groß der Bedarf immer noch ist, zeigt ein Vergleich der jährlichen Ausgaben für Lebensversicherungen. Während in der Schweiz pro Kopf 3.362 Euro in die private Pensionsvorsorge fließen, sind es in Österreich nur 810 Euro pro Jahr. Häufig wird auch die erfreulicherweise nach wie vor steigende Lebenserwartung und damit das Risiko ›Ich bin noch da, aber mein Geld ist weg‹ immer noch nicht ausreichend mit berücksichtigt. Das war für uns auch der Grund, das neue Produkt als Rentenprodukt aufzusetzen.«

Last modified onDonnerstag, 19 Februar 2015 14:06
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