Gute Baukonjunktur hält an

Die Talfahrt der Konjunkturstimmung in Österreich hat ein zumindest vorläufiges Ende gefunden. Erstmals seit sieben Monaten hat sich die Stimmung laut UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator in der österreichischen Wirtschaft wieder verbessert. Einzige Ausnahme ist der Bau: Da war die Stimmung dem allgemeinen Trend widersprechend immer gut.

Die erstmalige Verbesserung des Konjunkturindikators seit über einem hal­ben Jahr stellt zwar keine Trendwende dar, lässt jedoch zumindest auf eine Stabilisierung der Konjunkturstimmung nach einer langen Abschwungsphase schließen. Maßgeblichen Anteil daran hat die gute Stimmung unter den heimischen Konsumenten, die vor allem im Dienstleistungssektor wieder für freundlichere Gesichter sorgt. Freundlich waren die Gesichter in der Bauwirtschaft auch in den letzten Monaten. Angesichts voller Auftragsbücher hat sich die Stimmung aber erneut verbessert und erreicht ebenfalls ein Jahreshoch.

Der guten Stimmung zum Trotz wird sich auch die Baukonjunktur 2019 gegenüber dem Vorjahr deutlich abkühlen. Immerhin verbuchte Österreichs Bauwirtschaft 2018 ein preisbereinigtes Umsatzplus von 8% und damit ihr bestes Ergebnis seit 15 Jahren. Ein Umsatzplus von 3 % sollte laut Günter Wolf, Ökonom der UniCredit Bank Austria, aber auch in diesem Jahr noch möglich sein. Dafür sprechen neben der guten Auftragslage auch die anhaltend guten Rahmenbedingungen, nicht zuletzt die günstigen Finanzierungskonditionen für Bauprojekte. Zudem ist von Jänner bis April 2019 die Zahl der Arbeitsplätze in der österreichischen Bauwirtschaft um mehr als 6 % gestiegen.  »Die hervorragende Beschäftigungsentwicklung ist ein Spiegel der anhaltend erfreulichen Baukonjunktur«, sagt Branchenanalyst Wolf.

2018 wurde das Hochbauwachstum wesentlich von den Baunebengewerben und zunehmend von Neuaufträgen im Wirtschaftsbau getragen, während der Wohnungsneubau etwas an Dynamik verloren hat. 2019 verschiebt sich der Auftragsschwerpunkt im Hochbau weiter vom Neubau in Richtung Adaptierungsarbeiten. Das sehr hohe Auftragsminus im Tiefbau von rund 20 % vom ersten Quartal kündigt die Abkühlung der Spartenkonjunktur an, ist aber auch die Folge der grundsätzlich volatilen Auftragsentwicklung der Sparte. Im April beurteilten die Unternehmen ihre Auftragslage aber weiterhin besser als im langfristigen Vergleich. Zudem berichten die Tiefbauunternehmen im zweiten Quartal 2019, dass ihre Kapazitäten für die nächsten elf Monate ausgelastet sind, der höchste Wert seit Erhebungsbeginn 1996.

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