Was muss 2017 passieren ... Teil 3

Was muss 2017 passieren ... Teil 3 Foto: Thinkstock

... damit es ein gutes Jahr für die österreichische Wirtschaft wird? Report (+) PLUS hat prominente Köpfe um ihre Einschätzung gebeten. (Teil 1, Teil 2)



Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR

Diversifizierung und einen langen Atem

"Die Schlagworte Digitalisierung und Industrie 4.0 sind in aller Munde. Sie verändern die Art und Weise, wie wir arbeiten und wie wir leben. Für die Wirtschaft sind sie ein wichtiger Bestandteil und auch ein Wettbewerbsfaktor. Denn durch die Digitalisierung sind Informationen zu jeder Zeit in jeder Form verfügbar. Österreichs Unternehmen brauchen dafür eine Digitalisierungsstrategie.  Der Ausbau digitaler Infrastruktur und innovative Themen wie Cloud Computing, Big Data und Industrie 4.0 bilden die Basis für zahlreiche neue Anwendungen. Blickt man zurück in die Vergangenheit, so hat der technische Fortschritt dem Menschen schon seit jeher das Privat- und auch das Berufsleben erleichtert. Darum investieren wir in die Digitalisierung Österreichs und in Innovationen, die uns helfen, unser Leben weiterhin positiv zu gestalten. Wir begleiten unsere Kunden mit unseren Netzen und Produkten auf diesem Weg in die Zukunft."




Andreas Matthä, CEO ÖBB-Holding AG


Strategische Investitionen

"Aufgrund des noch immer schwachen Wirtschaftswachstums brauchen wir auch 2017 strategische öffentliche Investitionen. Mit der Breitband-Milliarde und den Investitionen im Verkehrssektor ist Österreich dabei (seit dem Krisenjahr 2008) auf einem vernünftigen Kurs. Die Steuermillionen, die der Staat in diese beiden Sektoren investiert, bringen nämlich zweierlei: Einerseits sorgen die Investitionen sofort für Aufträge der heimischen Unternehmen und damit für Arbeitsplätze, und andererseits wird damit eine Infrastruktur geschaffen, die den Wirtschaftsstandort Österreich fit für die Zukunft macht.  Und wir brauchen qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Alleine die ÖBB werden in den nächsten fünf Jahren 10.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufnehmen. Das schaffen wir nur mit einer Ausbildungs­offensive, an der sich sowohl der Staat als auch die heimischen Unternehmen beteiligen."




Klaus Lercher, Geschäftsführer Trenkwalder Personaldienste GmbH Österreich und Deutschland


Digitalisierung in der Kernmannschaft verankern

"Das dominierende Business-Thema wird auch 2017 ein zukunftsweisender Umgang mit der Digitalisierung sein. Sie ist zwar das Megathema im Management und den IT-Abteilungen, doch bei vielen Mitarbeitern in den anderen Bereichen der Unternehmen noch nicht angekommen. Um 2017 erfolgreich zu sein, muss der digitale Gedanke in der Kernmannschaft verankert werden. Deswegen sind die Unternehmen und vor allem die Personalabteilungen stark gefordert, Mitarbeiter ins Boot zu holen, zu entwickeln und zu qualifizieren. Auch am digitalen Employer Branding müssen Unternehmen arbeiten, denn Studien zeigen, dass eine verschlafene Digitalisierung eine wesentliche Gefahr im Hinblick auf die Flucht von Talenten darstellt. Personaldienstleister können hier durch ihre Expertise bei der Personalauswahl- und entwicklung sicherlich hilfreiche Partner sein."




Thomas Birtel, Vorstandsvorsitzender Strabag SE

Bausektor entbürokratisieren

"In unserem Heimatmarkt Österreich erwarten wir weiterhin ein stabiles Geschäft: Zwar sind im Bereich der Infrastruktur in nächster Zeit keine Großprojekte zu erwarten, da die öffentliche Hand hier – im Unterschied zu Deutschland – in den vergangenen Jahren kontinuierlich daran gearbeitet hat. Allerdings ist der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum ungebrochen. Wir haben unsere Marktposition durch die Erhöhung unseres Anteils an der Raiffeisen evolution auf 100 % gestärkt und werden nun als STRABAG Real Estate hochwertige, nachhaltige Wohnimmobilien in allen Bundesländern entwickeln. Damit das Wachstum in diesem Bereich allerdings Fahrt aufnehmen kann, braucht es mehr für Wohnzwecke gewidmete Flächen als bisher. Außerdem wäre eine Entbürokratisierung im Bausektor notwendig, z. B. könnte man bei überbordenden abfallrechtlichen Regelwerken, insbesondere der Recycling-Baustoffverordnung, beginnen, die einen hohen Verwaltungsaufwand erzeugen."




Johannes Baumgartner-Foisner, Geschäftsführer BEKO Engineering & Informatik GmbH & Co KG

Digitalisierung in den Managementfokus rücken

"Unser Land hat viel Potenzial, aber gerade in den erfolgskritischen Bereichen der Digitalisierung und dem Einsatz neuer Technologien gibt es Unsicherheit, Know-how-Defizite und nicht-adäquate Rahmenbedingungen. Die digitale Transformation vollzieht sich nicht von selbst, sie muss gezielt in den Managementfokus gerückt werden. Umso mehr, als alle brennenden Zukunftsthemen damit in Verbindung stehen: Globalisierung, War for Talents, Wissensmanagement, Innovation, die Veränderungen in der Arbeitswelt, Datenschutz und Informationssicherheit etc. Die Digitalisierung in den Griff zu bekommen, ist entscheidend für den Unternehmenserfolg und vielfach auch für die Unternehmens­existenz. Und wenn es uns auch noch gelingt, aus dem »Ja, aber«-Prinzip, dieser urösterreichischen Erfindung, das »aber« wegzustreichen, wird 2017 ein gutes Jahr werden."




Jürgen Horak, CEO Dimension Data Austria

Digital Skills stärken

"2017 bietet uns viele Möglichkeiten, wirtschaftlich voranzukommen. Das Schlagwort der aktuellen Zeit ist mit Sicherheit Digitalisierung. Wenn wir diese Chance ergreifen, steckt hinter diesem Marketingslogan viel Potenzial. Damit wir die Möglichkeiten der Digitalisierung wirklich zu unseren Gunsten nutzen können, müssen wir aber noch etwas mehr Mut und Drive an den Tag legen. Es gilt, sich die oft angesprochenen digitalen Skills nun auch wirklich anzueignen und sie auszubauen. Hier müssen Wirtschaft, Politik und Bildungsinstitutionen noch enger zusammenarbeiten. Digital Skills bedeutet, die heute bereits verfügbaren technologischen Möglichkeiten zu verstehen und den Mut zu haben, diese in neue, gewinnbringende Geschäftsmodellen zu verwandeln. Wenn wir das gemeinsam anpacken, bin ich überzeugt, dass 2017 ein hervorragendes Jahr für die österreichische Wirtschaft wird."

Letzte Änderung amMontag, 13 Februar 2017 12:47
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