Was muss 2017 passieren ...

Was muss 2017 passieren ... Foto: Thinkstock

... damit es ein gutes Jahr für die österreichische Wirtschaft wird? Report (+) PLUS hat prominente Köpfe um ihre Einschätzung gebeten. (Teil 2, Teil 3)


Helmut Fallmann, Geschäftsführer Fabasoft:

Talenteförderung und Steuerreform


"Allerspätestens jetzt muss die Digitalisierung auch von jenen Unternehmen akzeptiert werden, die aus Innovationsunlust oder Kostenaversion ihre alte Schiene weiterfahren. Vor allem das Thema Sicherheit verlangt nach Aktion, denn ab Mai 2018 gilt die Europäische Datenschutz-Grundverordnung. Die längst fällige Vereinheitlichung des Datenschutzrechts innerhalb der EU ist ein wichtiger Baustein des Digitalen Binnenmarkts, der großartige Chancen für die österreichische Wirtschaft und Europa bietet, bedeutet er doch – unter anderem – schnelleres Internet, 5G-Mobiltelefonie, ein modernes Urheberrecht, eine europäische Cloud, so sicher wie ein Safe. Alles Ingredienzen für eine aufblühende Wirtschaft! Allerdings: Um aus den Vollen schöpfen zu können, braucht es in Österreich intensivere Talenteförderung sowie – dringendst – eine Steuerreform, die ihren Namen auch verdient."



Bernd Bugelnig, CEO Capgemini Austria:

Wirtschaftsstandort nachhaltig attraktiv machen


"Grundsätzlich stehen die Zeichen für 2017 nicht schlecht: Die österreichische Wirtschaft befindet sich seit letztem Jahr in einem kleinen Aufwärtstrend, nicht zuletzt durch die positiven Impulse, die durch die Steuerreform gesetzt wurden und die den Privatkonsum angekurbelt haben. Dieser Trend sollte sich 2017 in leicht abgeschwächter Form fortsetzen.  Die großen Unbekannten liegen in den Auswirkungen von Brexit und Trump auf die europäische Wirtschaft und insbesondere auf den deutschen Markt, der ja nach wie vor für unsere Wirtschaft von hoher Bedeutung ist. Hier erwarte ich zwar 2017 noch keine großen Veränderungen, allerdings sehr wohl für die danach kommenden Jahre. In welcher Form auch immer wird sich noch zeigen. Trotzdem sind weitere Maßnahmen durch die Regierung erforderlich, wie z.B. Senkung der Lohnnebenkosten (hier liegen wir im unteren Viertel der EU), um den Wirtschaftsstandort Österreich auch nachhaltig wieder attraktiv zu machen."



Bernd Feketeföldi, kaufmännischer Geschäftsführer der MEWA Textil-Service GmbH:

Brauchen mehr Selbstvertrauen


"Eine positive Grundstimmung ist essenziell. Wir müssen aufhören, ständig zu jammern, wie schlecht alles ist! Das betrifft sowohl Politik als auch die Medien sowie jedes einzelne Unternehmen und seine MitarbeiterInnen. Zeigen wir wieder Selbstvertrauen in die Leistungsfähigkeit Österreichs. Im Europavergleich waren wir im vorigen Jahrzehnt an der absoluten Spitze (z.B. niedrigste Arbeitslosigkeit). Zeigen wir wieder mehr Mut zu vernünftigen Investitionen. Ein weiterer wichtiger Aspekt für mich ist das moralische Handeln der Marktteilnehmer. Stichwort Handschlagqualität statt unendlicher Vertragsregulatoren und dem damit verbundenen überdimensionalen Verwaltungsaufwand. »Der Sieg ist das Ziel, nicht die Vernichtung der anderen."



Erich Frommwald, CEO der Kirchdorfer Gruppe:

Taten statt Versprechen


"Die Bauwirtschaft braucht dringend politische Taten und nicht nur Versprechen. Wohnbauförderungsgelder müssen im Wohnbau ankommen, Bauordnungen müssen vereinheitlicht werden, Gewerbe und Industrie brauchen endlich gesicherte Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen. Damit heimische Bauprodukte und Fachkräfte die Regel bleiben, muss Österreich insgesamt als Produktions- und Arbeitsstandort wieder an Attraktivität gewinnen. Wenn dann auch noch die Gemeinden ihre Haushalte in den Griff bekommen und dringend benötigte Infrastrukturinvestitionen angehen, wäre eine gute Basis für das neue Jahr gegeben."



Walter Wiedenbauer, Geschäftsführer Sto Gmbh:

Rahmenbedingungen verbessern


"Wir alle wünschen uns, dass 2017 ein gutes Jahr für die heimische Bauwirtschaft wird. Dazu braucht es aber konkrete Impulse, um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Die für uns sehr wichtige Sanierungstätigkeit ist heute auf einem historischen Tiefstand in Österreich angelangt. Hier muss man Anreize schaffen, um Sanierungsprojekte zu forcieren. Auch die bürokratischen Hürden für die Bauwirtschaft sind nicht zu unterschätzen: Wir haben neun Bundesländer und neun Bauordnungen! Hier gehört aufgeräumt und das System verschlankt. Außerdem gilt es, öffentliche Investitionen wieder verstärkt umzusetzen."



Franz Kolnerberger, Geschäftsführer Wienerberger Ziegelindustrie GmbH und Vorstand Tondach Österreich:

Langfristig erfolgreich mit Innovationen


"Themen wie Migration und Urbanisierung bringen eine stärkere Nachfrage nach Wohnraum mit sich.  Somit zeigt der Pfeil für unsere Industrie eindeutig nach oben. Das bestätigen auch Prognosen von Euroconstruct und WIFO, die im Bereich Wohnbau ein Wachstum von 1,6 % in 2017 und eine ähnlich gute Entwicklung auch für das Jahr 2018 erwarten lassen. Wienerberger als Marktführer wird 2017 Ziegel-Lösungen für den mehrgeschoßigen Objektbau auf den Markt bringen und hat somit ökologische, innovative und leistbare Antworten auf die kommenden Herausforderungen. Zudem muss sich die Branche rasch mit dem Thema E-Commerce auseinandersetzen, um nicht internationalen Anbietern wie Amazon das Spielfeld zu überlassen. Digitalisierung ist eine Chance, die Zielgruppe noch besser und direkter zu erreichen und gleichzeitig die Auftragsabwicklung noch effizienter zu gestalten."



Alexander Spörker, Country Manager bei Hitachi Data Systems:

Grundstein für die Zukunft legen

"Ich denke, dass wir 2017 die Grundsteine für die kommenden Jahre legen sollten – das betrifft vor allem die Wirtschaft, aber auch Gesellschaft und Politik. Mit Blick auf die Themen Digitalisierung und Internet der Dinge (IoT) sind Unternehmen gefordert ihre Produkte und Leistungen auf die sich veränderten Märkte anzupassen und neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Nicht weniger relevant ist es aber, der jüngeren Generation und Gesellschaft als Ganzes den Umgang mit diesen Themen näher zu bringen. Die Ausbildung und Weiterbildung in den verschiedensten Bereichen der Digitalisierung ist ein wesentlicher Bestandteil für Erfolg, der über 2017 hinausreicht. Basierend auf Hitachis langjähriger Erfahrung in der Betriebstechnik (OT) und IT bieten wir bereits heute IoT- und Digitalisierungslösungen für Städte, Branchen und Unternehmen."

Last modified onMontag, 13 Februar 2017 11:50
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