Sicherheit fürs Netz

Sicherheit fürs Netz

Intelligente Stromzähler gelten als wichtiges Instrument für einen erfolgreichen Umstieg auf erneuerbare Energien. Eingebettet sind Smart-Metering-Systeme in ein umfassendes Sicherheits- und Datenschutzkonzept.

Smart Meter gelten als zentrale Komponenten des Umbaus unserer Energiesysteme. Für Energieversorger vereinfachen die modernen Stromzähler Ablese- und Abrechnungsprozesse. Sie können auch detaillierte Verbrauchsmessungen liefern. Anhand dieser Daten können die Versorger ihren Strombedarf genauer vorhersagen und preisgünstiger einkaufen oder ihre Kraftwerke bedarfsgerechter steuern.

Einen großen Auftrag konnte Siemens dazu nun auch in Wien gewinnen. Das Unternehmen ist »Lead und Technologiepartner« der Wiener Netze und leitet für den anstehenden Smart-Meter-Rollout – der größte in Österreich –  ein Konsortium bestehend aus Landis+Gyr und dem slowenischen Smart-Metering-Anbieter Iskraemeco. Siemens ist verantwortlich für IT, Zähler und Roll-out-Logistik bis zur Inbetriebnahme, die Partner liefern ebenfalls Zähler. Die Installation der insgesamt 1,6 Millionen Stromzähler soll ab Mitte 2018 in der Hauptstadt und Umgebung starten. Mit den Vorbereitungen dazu wird nun begonnen.

Die Wiener Netze setzen auf bewährte Partner. Die Kärnten Netz GmbH und die Stadtwerke Kapfenberg werden bereits mit einer Lösung für intelligente Zähler ausgestattet. Mit Projektbeginn im Sommer gehen in Kärnten die ersten 10.000 von insgesamt 350.000 Smart Metern in Betrieb – bereitgestellt von Siemens und Iskraemeco. Dazu kommen eine sichere Übertragungstechnik sowie Software für das Sammeln, Validieren und Verteilen der Zählermesswerte.

Vorreiter bei der Ausrollung von intelligenten Stromzählern ist die Energie AG Oberösterreich, die in enger Partnerschaft mit Siemens als erstes Landesenergieversorgungsunternehmen alle vom Gesetzgeber geforderten Umsetzungsvorgaben erfüllen will. Ende 2016 waren bereits mehr als 300.000 intelligente Zähler in Ober­österreich im Einsatz. Bis Ende 2017 sollen rund 450.000 Zähler umgerüstet sein.

Schutz gegen Cyberangriffe

Die Zahl der Angriffe auf kritische Infrastrukturen steigt, wie eine aktuelle Statistik des ICS-CERT (Industrial Control Systems Cyber Emergency Response Team), der amerikanischen Behörde zum Schutz von Cyberangriffen, belegt. Das Stromnetz ist eine der Infrastrukturen, die besonders vor Angriffen von Hackern gesichert werden müssen. Die Dezentralisierung der Stromerzeuger erhöht die Komplexität in den Netzen. Automatisierung ist daher ein elementarer Bestandteil intelligenter, kommunikationstechnisch vernetzter Smart Grids. Hoch- und Mittelspannungsnetze sind überwiegend digitalisiert, relativ neu ist, dass die bisher abgeschlossenen Kommunikationsnetze durch die Einbindung neuer Geräte und Anwendungen nun zum Internet offen werden. Das bedeutet, dass Sicherheitsmaßnahmen gegen Cyberangriffe kontinuierlich an neu entstehende Bedrohungen angepasst werden müssen.

Siemens nimmt eine Vorreiterrolle für die Umsetzung von Cybersicherheit in Smart Grids ein. Für das Unternehmen sind Digitalisierung und die damit verbundenen Anforderungen an Cybersicherheit von hoher strategischer Bedeutung. Es arbeitet deshalb in internationalen Standardisierungsorganisationen mit und unterhält ein eigenes Computer Emergency Response Team (CERT), das weltweit Sicherheitsprobleme beobachtet und analysiert. Dadurch hat Siemens einen Überblick über aktuell auftretende Schwachstellen und bringt diese Expertise in die Entwicklung neuer Sicherheitsstandards mit ein. Auf dieses international vernetzte Wissen können auch die Digital-Grid-Experten von Siemens Österreich zurückgreifen, um alle lokal entwickelten Sicherheits- und Datenschutzfunktionen entsprechend den aktuellsten Sicherheitsanforderungen umzusetzen, sowohl in Produkten und Lösungen als auch bei der Instandhaltung von Kundenanlagen.

Die derzeit weitestgehenden Anforderungen an Cybersicherheit beschreibt die Norm IEC 62443. Sie ist der erste Standard, der Richtlinien für alle beteiligten Akteure formuliert: den Betreiber des Stromnetzes, den Produktlieferanten und den Systemintegrator, der die einzelnen Komponenten in einer Automatisierungslösung vereint. Außerdem berücksichtigt sie, dass sich Cybersicherheit nicht in technisch sicheren Produkten erschöpft, sondern in der Organisation »gelebt« werden muss. Entsprechend formuliert IEC 62443 Anforderungen für Menschen, die in den Unternehmen arbeiten, für deren Arbeitsabläufe sowie für Produkte und Systeme, mit denen im Unternehmen gearbeitet wird. Diese »3 Ps« – Personen, Prozesse und Produkte – bilden auch die Grundlage für ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, das Siemens für sein Smart-Grid-Portfolio entwickelt hat. Die Kompetenz von Siemens Österreich liegt in der Konzeption, Entwicklung, Installation und Integration innovativer Produkte und Lösungen im Bereich des Managements von elektrischen Energienetzen bei Energieversorgern, Industrien und Infrastrukturunternehmen.

ISO-Engagement

Siemens Österreich ist darüber hinaus seit September 2015 nach der internationalen Sicherheitsnorm ISO 27001 zertifiziert. Beim Projekt Security4Utilities wird gemeinsam mit Kunden und Partnern daran gearbeitet, die österreichischen Netze fit für alle nötigen Anforderungen in puncto Cyber Security zu machen. Klarerweise kommt auch beim Projekt in Kärnten das Metering-Security-Konzept in voller Breite zum Tragen, bestehend aus den Siemens-CERT-Strukturen, der Security-Organisation beim Kunden und der österreichischen CERT-Organisation.

Dabei haben die Sicherheits- und Produktexperten von Siemens Öster­reich auch Datenschutz- und Cybersicherheitsregelungen auf nationaler und EU-Ebene im Blick, um mit den angebotenen Lösungen alle geforderten Anforderungen zu erfüllen.


Maßnahme für Produktsicherheit:

Das ProductCERT von Siemens sichert die digitale Welt der Kunden mit einem dreistufigen Ansatz: Prävention, frühzeitige Identifikation und professionelle Behandlung von Sicherheitsschwachstellen in Siemens-Produkten. Für die Testabteilungen von Siemens sind Sicherheitstests vor der Auslieferung eigener Produkte ein essenzieller Schritt in der Qualitätssicherung.

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