Eaton: Digitalisierung der Fabrik

Martin Greslehner ist Head of Sales, OEM & Industry bei Eaton Martin Greslehner ist Head of Sales, OEM & Industry bei Eaton

Der Automatisierungshersteller setzt auf zwei große Schwerpunkte.

Eaton hat auf der Smart Automation Produkte für den Bereich Maschinenbau, Automatisierung und Industrie gezeigt – mit zwei großen Schwerpunkten: zum einen die neue Generation der easy-Steuerung. Eatons programmierbare Relais sind seit vielen Jahren gut am Markt vertreten und wurden nun grundlegend überarbeitet. Die neue Generation bietet bessere Geschwindigkeit, Speicherfähigkeit und vor allem eine erweiterte Konnektivität mit Ethernet-Funktionalität und TCP-Protokoll. Mit der vollen Integration ins Internet und Webserver-Funktionalität ist die easy-Steuerung IoT-fähig geworden.

Doch wie sind die Netzwerke dazu bei den Kunden aufgestellt? Wird jedes Gerät künftig ein eigenes Gateway besitzen oder versucht man, die Schnittstellen nach außen so sparsam wie möglich einzusetzen? »Das obliegt den Maschinenbauern und Wünschen der Unternehmenskunden«, betont Martin Greslehner, Head of Sales, OEM & Industry bei Eaton. »Unser Schwerpunkt liegt eher auf der Feldebene und nur bedingt im übergeordneten System. Auch bei Eaton gibt es natürlich verschiedene Sicherheitsebenen auch auf der Steuerung selbst – zum Beispiel ein Passwortschutz, um den Zugriff von außen zu regeln.« Der zweite Schwerpunkt, den Eaton in Linz besetzt hatte, sind neue Kompakt-Leistungsschalter der NZM-Reihe. Eaton beschreitet mit dieser neuen Generation ebenfalls den Weg in die Digitalisierung. Die neuen Modelle verfügen über ein Display, das die Möglichkeit bietet, über MODBUS in ein Netzwerk eingebunden zu werden.

Neu ist die Erfassung von Messdaten bereits im Leistungsschalter und die Auslesemöglichkeit des Schalterzustands – alle Schaltspiele, Belastung und Temperatur – für Maintenance-Zwecke. Damit ist der Lifecycle einer Komponente auch zentral ablesbar und Anlagenbetreiber werden vorzeitig gewarnt, wenn Schalter ausgetauscht werden sollten. »Auch wenn Schalter in der Regel zehn bis zwanzig Jahre im Einsatz sind, will man als Anlagenbetreiber die Sicherheit haben, ungeplante Ausfälle auf jeden Fall zu vermeiden«, weiß Greslehner. Die Hochleistungsschalter bis zu 1600 Ampere Stromstärke werden zu Versorgung von ganzen Fabrikshallen oder Krankenhäusern eingesetzt. Entsprechend lebenswichtig ist die Übersicht zu den Schalterzuständen. Die neuen Schalter sind von den Abmessungen und auch Anschlüssen her gegenüber älteren Baureihen unverändert. Das heißt: Sie sind in bestehenden Anlagen relativ leicht tauschbar.

Die Messung von Energie sei im Maschinenbau zunehmend ein Thema, sagt der Eaton-Experte. Bislang wurde der Energieverbrauch von Maschinen und Anlagen mit separaten Messgeräten erfasst. In der neuen NZM-Reihe werden diese Daten direkt am Schalter ausgelesen. »Wir haben viele Kunden, die noch Schalter aus Klöckner-Möller-Zeiten im Einsatz haben. Nach 25 oder 30 Jahren Einsatz werden auch diese in Retrofitting-Projekten vorsorglich ausgetauscht.«
Die Produkte aus beiden Schwerpunkten sind gerade in der Markteinführungsphase und werden ab sofort an Kunden ausgeliefert.

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