Facility Management in Österreich: Ein zukunftsträchtiger Wachstumsmarkt?

Eines steht fest: Facility Management ist weltweit ein wachsendes Business und der Markt profitiert vom allgemeinen Outsourcing-Trend. Auch in Österreich entwickelte sich FM in den letzten Jahren nachweislich[1] zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor, da der allgemeine Kostendruck Outsourcing populärer denn je werden ließ. Die Mehrheit der Unternehmen begründet die Entscheidung für eine Auslagerung von FM-Dienstleistungen mit einer erheblichen Kostenersparnis. An zweiter Stelle wird die Optimierung von Prozessen genannt. Bei vielen Modellen können entweder die Bewirtschaftungskosten dauerhaft gesenkt oder die Fixkosten flexibilisiert werden. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je höher die laufenden Kosten eines Gebäudes, desto höher auch das Einsparungspotenzial.

Österreich schwimmt auf der Welle mit

Der heimische Markt ist heterogen aufgestellt und umfasst zahlreiche Anbieter, die um einen verhältnismäßig kleinen Auftragskuchen kämpfen. Die Anbieter treten entweder als Komplettanbieter auf oder sind auf einzelne Nischenbereiche spezialisiert. Laut einer aktuellen Studie des Instituts IFM – Immobilien und Facility Management der TU Wien[2] erwirtschafteten österreichische Betriebe im vergangenen Jahr rund 5,19 Milliarden Euro im Segment des Facility Managements. Ein spannendes Detail: Die größten fünf Unternehmen auf diesem Sektor kommen lediglich auf 13,6 Prozent Marktanteil, die größten zehn auf 20,8 Prozent. Spricht man von Facility Management denkt man in erster Linie an infrastrukturelle Services wie Catering, Reinigung oder Sicherheitsdienste. Und tatsächlich – den größten Teil des Umsatzes machen Facility-Service-Anbieter in Österreich nach wie vor mit der Reinigung von Gebäuden. Rund 35 Prozent entfallen auf diesen Bereich, gefolgt von technischer Gebäudewartung (15%) und Catering (11%). „Klassischen“ Dienstleistern macht vor allem – wie in anderen Branchen – der Preiskampf zu schaffen. Schließlich gibt es viele Anbieter und geringe Margen. Aber dennoch hat der Markt großes Entwicklungspotenzial, das vor allem in Nischenbereichen angesiedelt ist.

Zukunftsmusik: David gegen Goliath

Jene Tätigkeiten, die aktuell unter dem Sammelbegriff „Facility Management“ fallen, könnten bereits in fünf Jahren durch komplett neue Anwendungsgebiete teilweise abgelöst oder ergänzt werden, da sich der Markt laufend verbreitert. Der FM-Bereich ist in den letzten Jahren stetig angewachsen, der Zenit scheint jedoch noch nicht erreicht zu sein. Durften sich in der Vergangenheit vor allem große Komplettanbieter über Zuwächse freuen, werden diese in naher Zukunft zwar nach wie vor eine tragende Rolle spielen, jedoch mit Spezialisten in Teilgebieten konfrontiert sein.

Ein Trend kristallisiert sich zunehmend am Markt heraus: FM-Dienstleister werden immer mehr für spezifische Nischen eingesetzt, wo umfassendes Branchen-Know-how und eine hohe Beratungskompetenz erforderlich sind. Das weckt den Bedarf an immer mehr Spezialisten in dieser Branche. Ein Beispiel ist die Inhouse-Logistik sowie das Poststellenmanagement von Unternehmen und Organisationen. Gerade in diesem Bereich ist ein erfahrener, kompetenter und zuverlässiger Partner gefragt, da die Tätigkeiten mit einem hohen Maß an Vertrauen und Verantwortung in Verbindung stehen und die Veränderungsprozesse in der Dokumentenlogistik neue Betreibermodelle forcieren. Am internationalen Markt lässt sich erkennen, dass zahlreiche große Post-Unternehmen dieses Teilgebiet des Facility Managements für Unternehmen übernehmen. Dazu zählen etwa auch Services wie die Digitalisierung und Weiterverarbeitung von eingehenden Dokumenten. Dieses Beispiel zeigt, dass FM in vielen Bereichen eine Brücke zum Workplace of the Future ist. In den nächsten Jahren wird vor allem ein hohes Maß an Flexibilität gefragt sein, da sich FM-Anbieter laufend am tatsächlichen Bedarf der beauftragenden Unternehmen orientieren und ihr Portfolio entsprechend anpassen müssen.


[1] Vgl. u.a. http://institute.tuwien.ac.at/fileadmin/t/ifm/IFM/European_FM_market_size.pdf (Abgerufen am 29.05.2017)

[2] Veröffentlich im April 2016 auf www.facility-manager.de (Abgerufen am 29.05.2017). Das Institut befragt regelmäßig die 500 größten bzw. umsatzstärksten Unternehmen Österreichs.

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