Baugewerkschaft bringt nächste Beschwerde gegen Slowenien ein

Slowenische Bauunternehmen haben ein lukratives, auf Ausbeutung und Menschenhandel beruhendes Geschäftsmodell entwickelt. Der Staat und die Behörden spielen offenbar mit. Das ist völlig inakzeptabel, jetzt ist die Kommission am Zug.

Slowenien hat ein EU-widriges günstigeres Berechnungsverfahren für Sozialversicherungsbeiträge für slowenische Unternehmen bei Entsendungen beschlossen. Dazu gibt es bereits Beschwerden gegen Slowenien wegen staatlicher Beihilfen und der Verletzung der Binnenmarktregelungen bei der Europäischen Kommission.

Nicht genug, nun wurden aufgrund der Entsendestatistik 2017 der Europäischen Kommission neue Zahlen bekannt. 2017 waren 55.000 Bauarbeiter in Slowenien beschäftigt. Zusätzlich wurden 100.000 Bauarbeiter von Slowenien aus ins Ausland geschickt. Wie geht das, stellen sich die europäischen Baugewerkschafter zu Recht die Frage, und haben eine weitere Beschwerde an die Generaldirektion für Beschäftigung an die Europäische Kommission übermittelt.

Doch die Antwort ist klar: Billige Arbeiter aus Drittstaaten wie Bosnien, Serbien und Russland werden in Slowenien angemeldet und umgehend auf Baustellen nach ganz Europa verschickt. Die überwiegende Mehrheit der Bauarbeiter wird systematisch ausgebeutet. So wurde ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, welches auf Sozialbetrug und Ausbeutung von Menschen beruht. Der Staat Slowenien und die slowenischen Behörde spielen offenbar mit. Das ist völlig inakzeptabel und muss gestoppt werden!

Das ist die größte Ausbeutung und der schlimmste Menschenhandel am Arbeitsmarkt, der mir je untergekommen ist. Auf die neue Europäische Kommission und das Europäische Parlament wartet sehr viel an Aufräumarbeit. Ich werde in der Sache sicher nicht locker lassen und diese unmenschlichen Machenschaften bei jeder Gelegenheit laut aufzeigen.

Fehlende Standards und ihre Folgen
Städte im Visier der Cyber-Ganoven