REPORT | BLOG

Mehrwert für ManagerInnen
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Saisonale Stärke bei Aktien?

Die Marktteilnehmer an den Finanzmärkten gehen mehrheitlich davon aus, dass der Tempoverlust in der wirtschaftlichen Entwicklung Geschichte ist und die Konjunktur in den USA und anderswo wieder Fahrt aufnimmt. Sie stützen sich dabei aktuell im wesentlichen auf umfragebasierte Daten. Die am Freitag gemeldeten US-Arbeitsmarktdaten für Oktober runden das Bild ab, wobei aber der Arbeitsmarkt der konjukturellen Entwicklung stets hinterher läuft.

Im Oktober wurden 271.000 Jobs (non-farm) in den USA neu geschaffen, die Erwartungen lagen lediglich bei 180.000. Die Durchschnittslöhne überraschten ebenfalls positiv, sie stiegen im Vergleich zum Vormonat um 0,4% und im Vergleich zum Vorjahr um 2,5%. Hinsichtlich der Struktur der im privaten Sektor neu geschaffenen Arbeitsplätze zeigt sich aber das gewohnte Bild: Die Mehrheit der neuen Jobs entfällt auf solche mit einer Entlohnung unter dem Median-Wert der Stundenlöhne bei 24,93 Dollar. Im Oktober sind das 58%.

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Rohstoffe und die Finanzialisierung der Wirtschaft

Früher agierten Notenbanker wie Landwirte, die den Ertrag ihrer Felder durch die Versorgung mit Wasser steuern. Als aber mit der Finanzkrise eine große Dürre ausbrach, fluteten sie das Feld. Jetzt hilft weder mehr noch weniger Wasser, die Pflanzen sind ersoffen, es kann keine Ernte mehr eingefahren werden. Ein treffender Vergleich in der Süddeutschen Zeitung – Geldflut schafft keinen Wohlstand.

Die Flut in Zahlen: Mitte 2008 verfügten die US-Geschäftsbanken über Guthaben bei der Fed von insgesamt zehn Milliarden Dollar. Heute sind die Reserven 260 mal so hoch – 2,6 Billionen Dollar. Ein kurz vor Ausbruch der Finanzkrise verabschiedetes Gesetz verpflichtet die Fed, den Banken Zinsen auf ihre Zentralbankguthaben zu bezahlen – macht pro Jahr mehrere Milliarden Dollar. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung der Geldbasis, in der neben den Reserven der Geschäftsbanken auch die umlaufende Währung enthalten ist.

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Die Zins-Geister, die ich rief

Aktien sind nach dem starken Einbruch im August und einer Periode hoher Schwankungen wieder gesucht. Anfang Oktober wurde im S&P 500 die obere Begrenzung der seit dem Einbruch etablierten Seitwärtsspanne überwunden und zeitgleich auch die EMA50 „geknackt“. Mittlerweile ist auch die EMA200 überwunden, was gemeinhin als Zeichen für eine längerfristig weiter bullische Ausrichtung des Index gilt.

Scott Minerd von Guggenheim Investments verweist auf positive saisonale Faktoren. Und wenn die Aktienkurse weiter steigen, sollten gemäß historischer Zusammenhänge auch die Konsumausgaben zunehmen. Für die kommenden Monate hält er ein Kurziel von rund 2175 für wahrscheinlich. Dabei sollten weiter sinkende Zinsen in China letztlich für Abwertungsdruck auf die chinesische Währung sorgen, was wiederum die Aussichten für die Wirtschaft dort verbessert und so Bedenken hinsichtlich des Wachstums der Weltwirtschaft in den Hintergrund drängt.

In diesem Umfeld wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Fed in diesem Jahr mit der Anhebung der Leitzinsen beginnen wird. In der kommenden Woche tagt das FOMC der Fed, nach Entwicklung der Preise für Fed Fund Futures beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts gerade einmal 6%, für Dezember werden 39% veranschlagt.

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Bremsen? Absurd!

Rund um die Budgetrede des Finanzministers ist eines wieder klar geworden: In Österreich ziehen Bund und Länder an einem Strang – nur in verschiedene Richtungen. Die Idee Schellings, eine Abgabenbremse einzuführen, hat ja einiges für sich. Den Bürgern reicht’s nämlich längst, sie wollen nicht länger jede Schnapsidee irgendeines Provinzpolitikers finanzieren müssen. Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka aus Niederösterreich aber versieht den Vorschlag seines Parteifreundes mit dem Prädikat »absurd«. Musiklehrer Sobotka, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt als glückloser Spekulant mit Wohnbaugeldern, stellt sich damit an die Spitze der Länderfront, die weiterhin das Monopol aufs Geldausgeben erhalten will.

Das wirft ein Schlaglicht auf die laufenden Finanzausgleichsverhandlungen. Da wird mit harten Bandagen gekämpft und man darf gespannt sein, ob es tatsächlich zu einer Neuausrichtung kommt und ob es Schelling mit seiner Reverenzerweisung an die Steuerzahler, die er zu Beginn seiner Budgetrede gemacht hat, ernst meint. Sie sind es, die das ganze Werkl finanzieren – und mit ihrem Geld sollte sparsam umgegangen werden.

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Kein Holzbau ohne Planwirtschaft? Oder verstehen wir da etwas falsch?

Die heimische Holzbaubranche scheint zunehmend nervös zu werden. Die stagnierenden Märkte sind hart umkämpft und man scheint Terrain zu verlieren. Anders ist die Forderung nach planwirtschaftlichen Holzbau-Quoten wohl kaum zu verstehen.

Während man nun jahrelang die Auswahl des Baustoffs korrekterweise dem Kunden und damit dem Markt überließ, scheint man mit dieser Entwicklung nicht zufrieden zu sein. Der Markt wird nun mittlerweile nicht mehr dort umworben, wo er stattfindet, sondern in Richtliniengremien und der Politik. Das Wohnbaupaket der Bundesregierung soll fixe Holzbau-Quoten berücksichtigen, wie unlängst in der Tagespresse zu lesen.

Nivellierung nach unten

Zwei Aspekte werden dabei immer wieder strapaziert: Man sei nicht minder brandbeständig und schone das Klima. Was ist da nun wirklich dran? Die Aussage, der Brandschutz beim Holz sei genauso gegeben wie beim Ziegel, ist sicher mit vielen Expertisen untermauert – wer würde so etwas auch ohne Absicherung behaupten? Die Frage, warum die Brandschutzniveaus in den OIB-Richtlinien Novelle für Novelle in den letzten Jahren abgesenkt wurden, kann aber in diesem Zusammenhang niemand erklären. Aufklärung wünschenswert!

Fehlende Lebenszyklusbetrachtung

Was die immer wieder ins Spiel gebrachte Klimaschutzdebatte betrifft, seien folgende Aspekte in die Diskussion eingeworfen. Unverständlicherweise wird bei Baustoffen nach wie vor die Produktionsphase beurteilt – von Lebenszyklusbetrachtung fehlt jede Spur. Bei der Herstellung massiver Baustoffe werden Emissionen freigesetzt. Ein Großteil davon bedingt durch den Rohstoff, dessen CO2-Phase beim Brennvorgang gelöst wird. Es wird also wie bei der Verbrennung von Holz am Ende der kaskadischen Nutzung jenes CO2 gelöst, das zuvor darin gespeichert war. Beim Massivbaustoff bei der Herstellung, beim Holzbaustoff bei der Endnutzung »Verheizen«. Dazwischen liegen hoffentlich viele Jahre der Nutzung, die ebenfalls Emissionen (Heizen und Kühlen) verursachen und die zu berücksichtigen sind. Die Emissionsbilanz über den Lebenszyklus ist also eine ganz andere, ein Umstand, der längst in den Regelwerken Berücksichtigung finden muss!

Der Staat soll’s richten

Aber zurück zum freien Wettbewerb: Dem letzten Bericht der Yale University zufolge verschwindet jährlich Wald im Ausmaß der 2,5-fachen Fläche Österreichs – zu viel, wie die Forscher meinen. Den Holzbau hierzulande stört das freilich nicht. Damit das auch so bleibt, will man nun die Politik für sich gewinnen: weg von der Marktwirtschaft, hin zur Planwirtschaft. Was man am Markt nicht geschafft hat, soll nun über Gesetze geregelt werden – nämlich konkurrenzfähig werden. Eigentlich bemitleidenswert, wenn es solche Mittel braucht, um am Markt zu bestehen!

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Nach FOMC: Liquidität und Wachstum im Fokus

Die Fed hat die Leitzinsen unverändert gelassen und das mit dem schwachen globalen Wirtschaftswachstum, der Volatilität an den Finanzmärkten und der niedrigen Inflation begründet. Ausdrücklich wird auch auf China Bezug genommen. Zugleich hat sie ihre Erwartung hinsichtlich BIP-Wachstum im laufenden Jahr gegenüber ihrer Juni-Projektion um 0,2% auf 2,1% hochgeschraubt, für 2016 allerdings um 0,2% auf 2,3% zurückgenommen.

Angesichts der Tatsache, dass die Wachstumsprojektionen der Fed in den zurückliegenden Jahren durchweg zu hoch lagen, verheißt das alles andere, nur kein solides Wachstum. Zudem wurden die Inflationserwartungen gegenüber der Juni-Projektion revidiert. Die PCE-Inflation soll in 2015 nun lediglich auf 0,3% bis 0,5% kommen (Juni: 0,6% bis 0,8%). In 2016 wird sie bei 1,5% bis 1,8% gesehen. Die stärker beachtete PCE-Inflation ohne Lebensmittel und Energie soll 2015 auf 1,3% bis 1,4% kommen (unverändert gegen Juni, aktuell 1,24%). Für 2016 wird mit 1,5% bis 1,8% gerechnet, 0,1% weniger als im Juni erwartet. Die Arbeitslosenquote soll etwas stärker sinken als im Juni erwartet. 2016 soll sie nun 4,7% bis 4,9% erreichen.

Auf der Grundlage dieses Gesamtbilds sieht die Mehrheit der Beobachter die Nicht-Zinsentscheidung als gerechtfertigt an. Selbst für Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung nach Fed Funds Futures gerechnet nun bei deutlich unter 50%. Zuvor lag sie klar darüber.

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Aktien – Bullen tot? (Teil 3 von 3)

Im dritten Teil der Artikelserie zur weiteren Entwicklung bei Aktien untersuche ich einige Aspekte aus dem Umfeld der Bond-Märkte. Letztlich wird hier angesichts der Dimension der Schuldenblase der Takt geschlagen und die Risikoneigung großer Player an den Finanzmärkten deutlich. Der erste Teil der Artikelserie befasst sich mit technischen Aspekten im Aktienmarkt, der zweite mit dem makroökonomischen Umfeld.

Die 13-wöchigen US-TBills (Kürzel IRX) geben gute Hinweise auf kurzfristige Kapitalbewegungen. Steigt IRX, bedeutet das ein Abfluss von Kapital vom „Parkplatz“. Umgekehrt zeigt ein sinkender IRX an, dass Kapital hier kurzfristig Anlage sucht, also cet. par. aus anderen Anlagen abgezogen wird. Im Verlauf des IRX fällt auf, dass er zeitgleich mit dem Versuch, Ende Juli das ATH im S&P 500 erneut zu attackieren, nach oben ausbrach und dann wieder deutlich kontrahierte, als am 19. August der Kollaps im S&P 500 begann. Dies deutet meiner Meinung darauf hin, dass große Adressen (letztlich vergeblich) versucht haben, den Aktienindex entweder massiv zu stützen oder ihn auf neue Höhen zu treiben. Das wird noch unterstrichen dadurch, dass zur selben Zeit die Volumenverteilung an der NYSE zeitweilig in Akkumulation kippte.

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IT-Treiber im Mittelstand: Sprungbretter und Hürden

Der Mittelstand ist der Wachstumsmotor für die österreichische Wirtschaft. Dabei bewegt ihn derzeit besonders die Digitalisierung und Mobilisierung ganzer Geschäftsprozesse. Im Fokus steht hierbei die Flexibilisierung und Beschleunigung von Arbeitsabläufen. Viele Betriebe stehen damit jedoch erst ganz am Anfang und sind angesichts der Vielfalt an technischen Möglichkeiten schnell überfordert. Bei dem Thema Digitalisierung sollten sie vor allem Aspekte wie effizienten Datenschutz und Compliance-Vorgaben nicht außer Acht lassen. Weitere Treiber sind Cloud-Lösungen und Enterprise Mobility: Sie unterstützen mittelständische Unternehmen beim digitalen Wandel, ohne dass das Budget explodiert oder IT-Security auf der Strecke bleibt.

Mobility – viele Vorteile bei richtigem Management
Mitarbeiter verwenden mobile Technologien im privaten Umfeld heute ganz selbstverständlich. Die leichte Nutzbarkeit und ständige Verfügbarkeit von Anwendungen und Daten erwarten sie dabei zunehmend auch im Berufsleben. Firmen sollten sich dieser Anspruchshaltung nicht verschließen – sie birgt gerade für mittelständische Unternehmen viele Chancen.

Ein wesentlicher Aspekt dabei ist auch die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber: Für junge talentierte Fachkräfte kommt es heute weniger darauf an, wann und wo gearbeitet wird – es zählt das Ergebnis. Je freier und flexibler sie ihren Berufsalltag gestalten können, umso produktiver und motivierter arbeiten sie.
Hinzu kommt, dass sich viele mittelständische Unternehmen nicht in Ballungszentren befinden, sondern eher am Stadtrand oder gar in ländlichen Gebieten angesiedelt sind. Lange Anreisewege zum Arbeitsplatz sind damit für viele vorprogrammiert. Mit mobilen Arbeitsplatzkonzepten und einer entsprechenden IT-Infrastruktur, gibt ihnen das Unternehmen die Möglichkeit an die Hand, jederzeit und von überall aus auf benötigte Unterlagen und Daten zuzugreifen. Dabei müssen die nötigen Geräte wie Laptops, Smartphones oder Tablets nicht zwingend vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Mit durchdachten BYOD-Strategien lässt sich die Einbindung privater Endgeräte im Arbeitsalltag umsetzen. Dabei muss jedoch sichergestellt werden, dass Geräte, die eigentlich für den Privatgebrauch konzipiert sind, auch dem Sicherheitsniveau einer Enterprise-IT-Lösung entsprechen.

Nicht nur bei der Positionierung als attraktiver Arbeitgeber, auch in puncto Wettbewerbsfähigkeit kann die Mobilisierung von Geschäftsprozessen für mittelständische Unternehmen ein entscheidendes Differenzierungskriterium sein. Denn wer schnell und gezielt auf Anfragen reagiert und ebenso zügig produziert und liefert, wird Kunden langfristig an sich binden. Ein derartiger Vorsprung lässt sich jedoch nur erzielen, wenn Prozesse konsequent mobil gestaltet und bestmöglich in die bestehende IT-Landschaft integriert werden. Mittlerweile gibt es erprobte Mobile Device- oder Mobile Application Management-Lösungen, die diesen Herausforderungen Rechnung tragen.

Cloud Computing – Stolperstein Datenschutz
Neben Mobility gibt es ein noch ein Thema, mit dem sich der Mittelstand auseinandersetzen muss, egal ob es will oder nicht: Cloud Computing. Einerseits bietet die Cloud für Unternehmen klare Vorteile: So entfallen etwa hohe Investitionskosten in die IT-Ausstattung, um Wartung und Updates kümmert sich der jeweilige Cloud-Dienstleister und die Flexibilität steigt durch die Möglichkeit, Services je nach Bedarf zu beziehen. Andererseits herrschen aber gerade in mittelständischen Betrieben erhebliche Sicherheitsbedenken. Deswegen setzen viele Mittelständler ausschließlich auf Private-Cloud-Konzepte. Dadurch gehen allerdings bestimmte Vorteile einer flexiblen Cloud-Infrastruktur verloren – wie etwa die dynamische Kostenstruktur einer Public Cloud. Die Private Cloud ist für Lastspitzen ausgelegt. Die Kosten für diese Infrastruktur fallen dadurch auch dann in voller Höhe an, wenn sie nicht vollständig genutzt wird. Eine Alternative bieten hybride IT-Landschaften mit einer Mischung aus Public-Cloud-Services und On Premise-Lösungen. So bleiben etwa sensible Daten sicher verankert in der Private Cloud eines Unternehmens. Ist die IT-Infrastruktur jedoch mit Lastspitzen konfrontiert, wie sie zum Beispiel durch vermehrte Kundenanfragen zu bestimmten Jahreszeiten auftreten können, lassen sich Public Cloud-Elemente einfach dazu buchen. So bleibt die System-Performance stabil, ohne dass die Sicherheit auf der Strecke bleibt. Auch beim Austausch sensibler Geschäftsdaten über die Cloud müssen Mittelständler keinen Kompromiss in Sachen Security machen. Es existieren passende Lösungen, wie etwa Citrix ShareFile, mit denen sich Informationen sicher über jedes Gerät abrufen, synchronisieren und mit Kollegen, Partnern oder Kunden teilen lassen. Mittelständische Unternehmen können bei der Auswahl des jeweiligen Lösungsanbieters den aussuchen, der Rechenzentren auch in Deutschland betreibt. So wird vermieden, dass Informationen ungewollt Landesgrenzen verlassen und im schlimmsten Fall in falsche Hände geraten.

Kosteneffizienz – IT-Zentralisierung als Schlüssel zum Erfolg
Cloud und Mobility sind jedoch nicht die einzigen Themen, die mittelständische Unternehmen derzeit umtreiben. Trotz der derzeit guten Wirtschaftssituation in Deutschland hält der Kostendruck in vielen Unternehmen weiter an. Gerade Mittelständler stehen vor einem Balanceakt: Ihre IT-Abteilungen haben meist nur wenig Personal, Budgets sind knapp kalkuliert und trotzdem müssen sie auf aktuelle Entwicklungen wie die Digitalisierung reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Schlüssel zur Kostenreduktion ist hier die Zentralisierung der IT: Mit neuen Virtualisierungslösungen lassen sich die Ausgaben für die Desktop-Administration erheblich senken. Dabei werden die Vorteile einer zentralisierten Desktop-Virtualisierung mit einer personalisierten PC-Umgebung kombiniert. Das hat Vorteile für Endanwender und IT-Verantwortliche: User erhalten die Möglichkeit, unabhängig von ihrem Arbeitsort, Netzwerk und Endgerät auf Daten und Applikationen zuzugreifen, um stets effizient zu arbeiten. IT-Administratoren wiederum können Anwendungen und Updates sehr schnell ausrollen, ohne jedes einzelne Device anfassen zu müssen. So ist es ihnen möglich rasch auf neue Anforderungen zu reagieren, Kosten bei der Anschaffung neuer Client-Hardware zu sparen und vorhandene Endgeräte länger zu nutzen.

Egal ob Enterprise Mobility, Cloud Computing oder Kosteneffizienz, die Komplexität strategischer IT-Initiativen wächst kontinuierlich und der Mittelstand steht vor einer ganzen Reihe schwieriger Investitionsentscheidungen. Entscheider sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, mit Hilfe neuer Technologien Prozesse zu optimieren – ohne dass dabei die Kosten explodieren. Beim Aufbau neuer IT-Strategien sollte ein mittelständisches Unternehmen daher immer hinterfragen, ob geplante Investitionen auch tatsächlich dazu beitragen Workflows zu beschleunigen und die Produktivität der Mitarbeiter zu steigern. Nur so gelingt es, den Weg für neue Geschäftsmodelle zu ebnen und sich die entscheidenden Wettbewerbsvorteile zu sichern.

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Too much?

Die Griechenland-Krise wurde erfolgreich in den Hintergrund gedrängt. Sie ist von ihrem Umfang mit 320 Mrd. Euro an Staatsschulden, zu denen im Zuge der „Rettung“ des Landes noch etliche Milliarden hinzukommen werden, geradezu lächerlich im Vergleich zu dem, was gerade in China vor sich geht. Hier verbrannten seit Juni 3 Bill. Dollar an Aktienwert. Und doch verursachte die Griechenland-Krise größere Verwerfungen als die Vorgänge in China bisher. Die Akteure an den Finanzmärkten scheinen (noch) darauf zu wetten, dass der Crash am chinesischen Aktienmarkt ein lokales Ereignis bleibt oder sogar leglich eine technische Korrektur ist, die nicht einmal signifikante Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft selbst hat.

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Gold und andere Ereignisse

Im Goldpreis in Dollar zeichnet sich seit 14 Tagen eine Kapitulation ab. Am 20. Juli kam es zu einem Medien-wirksam „Flash-Crash“ genannten Abverkauf von 1132 auf 1097. Seitdem wird eine Stabilisierung versucht. Auch wenn eine Kapitulation der letzten Gold-Bullen eine Voraussetzung ist – es spricht nicht viel dafür, dass dies schon ein Boden sein könnte.

Der Pegel bei 1170 war bereits in der ersten Hälfte November 2014 unterboten worden, die Gegenbewegung danach führte bis 1300 zu Jahresanfang 2015. Im März folgte der zweite Duchbruch, danach schaffte es der Preis nur bis 1225. Anfang Juni wurde der Pegel nur intraday unterboten, es folgte eine „Gegenwehr“ lediglich bis 1200. Im Chart lässt sich ein Abwärtsdreieck einzeichnen. Seine „Öffnung“, der primäre Impuls, ist 130 groß. Wird dieser Impuls regelkonform abgearbeitet, ist daraus ein Kursziel von 1040 zu erwarten.

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Einmal mehr – Zinsen zu niedrig!

Es steht außer Frage, dass die „moderne“, von den Interessen der Finanzindustrie dominierte Wirtschaft an einem Problem leidet, dem der insgesamt überbordenden Verschuldung. Dabei geben die offiziellen Zahlen zur öffentlichen Verschuldung die Wirklichkeit nur unzureichend wider, weil die Lasten aus den Sozialsystemen nicht angemessen berücksichtigt sind.

Seit „Lehman“ ist der Bond-Markt in der industrialisierten Welt um 30% auf 275% des BIP angeschwollen, in den Emerging Markets um 35% auf 180% des BIP. Zwischen 2000 und heute hat sich der globale Bond-Markt nahezu verdreifacht auf über 100 Bill. Dollar. Der auf Bonds insgesamt bezogene Derivate-Markt ist über fünf mal so groß.

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Finanzmärkte: Nun wieder Risk-on?

Die Finanzmärkte feiern die Aussicht auf eine Lösung der Griechenland-Krise, die an diesem Wochenende hingedengelt werden soll. Das Wort „Lösung“ muss man dabei in zehn Gänsefüßchen setzen oder am besten gleich ganz streichen. Nach dem, was bisher durchgesickert ist, könnte ein Bailout-Programm geschnürt werden im Volumen von rund 50 Mrd. Euro (Laufzeit drei Jahre) gegen irgendwelche Reformpakete – dasselbe Strickmuster wie zuvor. Wie die griechische Regierung dies ihrer Bevölkerung verkaufen will, ist eine andere Sache – die hatte ja schließlich gerade in einem Referendum gegen die bisherige „Rettungs“-Politik gestimmt.

Dem Vernehmen nach soll es auch ein „Schuldenschnittchen“ geben. Das darf natürlich nicht so genannt werden, aber was sind Verlängerungen von Laufzeiten und weitere Zinskürzungen anderes? Wahrscheinlich stellen die Freunde Griechenlands, also die Gläubiger des Landes oder die „Institutionen“, wie die „Troika“ nun heißt, da noch mehr in Aussicht – ganz unverbindlich. Vielleicht wird Tsipras das seinem Volk als die große Errungenschaft verkaufen. (Es stinkt zum Himmel…)

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Es ist etwas faul …

... wenn hinigen Staaten Geld nachgeworfen wird, aber dem Mittelstand der Zugang zum Kapital enorm erschwert wird. Entgegen allen öffentlichen Bekundungen gibt es sie, die geleugnete Kreditklemme. Der Zugang zu Fremdkapital ist für Unternehmen über die Jahre so erschwert worden, dass viele längst aufgehört haben, danach zu fragen. Die Investitionsbereitschaft sinkt ins Bodenlose. Der Mittelstand haut den Hut drauf, das ist die Analyse von Wolfgang Lusak, Unternehmensberater und Report-Blogger. Und genau das ist eine Erklärung für die dahinsiechende Konjunktur. Europa hat sich entschieden, Staaten den Vorrang vor Unternehmen zu geben. Die Rechnung folgt prompt: mehr Arbeitslose, weniger Wachstum und eine Regierung, die als Antwort auf leere Kassen nur noch mehr Kontrolle kennt. Bald hat jeder Unternehmer seinen eigenen Prüfer und die Metternich’sche Finanzrepression ist perfekt.

Wie gesagt: Es ist etwas faul ...

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Rohstoffpreise unter Druck

Die seit Mitte 2014 anhaltende Stärke des Dollar hat dazu beigetragen, die Rohstoffpreise zu drücken. Zwar ist man geneigt, zu sagen die Dollar-Stärke (oder auch Euro-Schwäche) sei die Ursache für den Preisverfall bei Rohstoffen, aber dann muss man konsequenterweise fragen, was dazu geführt hat, den Dollar zu stärken.

Und dann landet man bei drei Faktoren, der vielfach erwarteten Zinswende in den USA, der im Vergleich zu den übrigen entwickelten Industrieländern besseren Entwicklung der US-Wirtschaft, sowie den zunehmenden geopolitischen und weltwirtschaftlichen Risiken, die den Dollar nach „Hause“ treiben.

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Griechenland: Das undemokratische Referendum

Die Verhandlungen in Brüssel über „Griechenland“ sind gestern ergebnislos abgebrochen worden. Die griechische Regierung hat die inzwischen weich gespülten Vorschläge der Geldgeber (so werden die europäischen „Freunde“ gemeinhin bezeichnet) abgelehnt und will am 5. Juli das Volk befragen, ob es den zuletzt gemachten Vorschlägen zustimmt oder nicht.

Von der Eurogruppe heißt es, für alles, was von jetzt an geschieht, sei die griechische Regierung verantwortlich. Von der griechischen Regierung heißt es, die Forderungen der Gegenseite seien nicht akzeptabel. Die „Gläubiger“ haben es zudem abgelehnt, das europäische Hilfsprogramm für Griechenland zumindest für eine kurze Zeit zu verlängern. Macht es zusätzlich kompliziert: Wenn die „Geldgeber“ sich an ihre zuletzt gemachten Vorschläge angesichts der neuen Situation nicht mehr gebunden fühlen, macht die Volksabstimmung keinen Sinn.

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Fed-Tauben stützen Aktien

Das FOMC der Fed hat am Mittwoch weiter offen gelassen, wann die erste Erhöhung der Leitzinsen erfolgen wird. Stattdessen wird gebetsmühlenartig darauf verwiesen, dass dies abhängt von einer weiteren Verbesserung am Arbeitsmarkt und der Aussicht auf eine mittelfristige Preissteigerung von 2%.

Gleichzeitig wurden die Projektionen der FOMC-Mitglieder für 2015 heruntergenommen. Im März war im Mittel noch eine BIP-Steigerung von 2,3 bis 2,7% erwartet worden, jetzt ist von 1,8 bis 2,0% die Rede. Die erwartete Arbeitslosenquote wurde nach oben revidiert von 5,0 bis 5,2% im März auf jetzt 5,2 bis 5,3%. Die Inflations-Projektionen für 2015 blieben unverändert bei 0,6 bis 0,8% für die PCE-Inflation und 1,3 bis 1,4% für deren Kern-Rate. Die Median-Projektionen der Leitzinsen zum Jahresende liegen für 2015 unverändert bei 0,625%, für 2016 sind sie von 1,875% im März auf jetzt 1,625% zurückgekommen.

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Wo stehen die Assetmärkte?

Generell muss man bei jeder einzelnen Asset-Klasse in unserem Schulden-orientierten Finanzsystem damit rechnen, dass ihre Entwicklung dann ins Stocken gerät, wenn zu wenig Gewinn bei zu viel Risiko herauskommt. Das ist dann der Fall, wenn die heutigen Asset-Preise nach Meinung der großen Akteure auf dem Niveau angekommen sind, das eigentlich erst in der Zukunft hätte erreicht werden sollen.

Dies gilt insbesondere für Bonds. Immer mehr Stimmen glauben, das der seit 1981 bestehende Superzyklus bei Anleihen nahe an seinem Gipfel steht. Anfang Mai hatte Bill Gross, ehemals Pimco, gesagt: „Es riecht nach dem Ende.“ Der auch als Bond-Guru bezeichnete Gross (70) hatte sich in den vergangenen Jahren zwar nicht gerade mit gutem Timing hervorgetan. Aber die seit Mitte April herrschenden Turbulenzen am Anleihe-Markt, insbesondere bei Staatsanleihen, unterstützen zusammen mit den sehr weit gestiegenen Bond-Kursen diese Sicht. Kürzlich hatte EZB-Draghi dazu gesagt, der Markt solle sich an höhere Kursausschläge gewöhnen.

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Der Mai ist gegangen: Rückblick und Ausblick

Das US-BIP ist nach zweiter Schätzung für das erste Quartal um 0,7% geschrumpft. Die erste Schätzung hatte noch bei +0,2% gelegen, aber die danach für März bekanntgewordene Entwicklung der US-Handelsbilanz hatte schon eine deutliche Abwärtsrevision nahegelegt. Daher waren die gestern veröffentlichten Zahlen keine große Überraschung.

Die Aktienmärkte haben dennoch vergrätzt reagiert, was wohl mit dem erreichten hohen Niveau zusammenhängt, das nicht unbedingt zu solch einer flauen Entwicklung passt. Eine Rolle dürfte auch der ISM-Index für die Region Chicago gespielt haben, dem eine Vorreiterrolle für den landesweiten ISM-Index zugeschrieben wird. Er notierte im Februar und März schon deutlich auf Kontraktionsniveau, schwang sich im April aber wieder über die Scheideline bei 50 auf. Im Mai fiel er, wie gestern veröffentlicht, mit 46,2 wieder in den Kontraktionsbereich zurück.

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Nach dem Bond-Crash – Volatilität bleibt erhöht

Es wurde viel gerätselt über den Ausverkauf von Staatsanleihen rund um die Welt. Interessant ist, dass dieser in engem zeitlichen Zusammenhang zu einem (wieder einmal) enttäuschenden Verlauf des US-BIPs stand. In den Jahren zuvor hatten solche Enttäuschungen eher dazu geführt, dass die Benchmark-Rendite der zehnjährigen US-TNotes (TNX) weiter abgab. Jetzt trat genau das Gegenteil ein.

TNX stand am 17. April noch bei 1,85%, am 13.5. wurde das vorläufige Hoch bei 2,28% markiert. Das ist eine Steigerung um gut 23%. Noch extremer trieb es der deutsche Bund. Von einem Tief bei ganzen acht Basispunkten am 20. April ist er in der zurückliegenden Woche bis auf rund 70 Basispunkte hoch geschnellt – eine Steigerung von mehr als 800%. In Kursen ausgedrückt gab es in derselben Zeit einen Rückgang von über 160 bis auf 152 (Chartquelle).

 

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Stimmen zur Entwicklung der Asset-Märkte

Aktionäre feiern den US-Arbeitsmarktbericht für April, der S&P 500 steigt um 1,4% und notiert wieder knapp unter Allzeithoch. Im privaten Sektor (non-farm) wurden 213.000 Stellen neu geschaffen, etwas weniger als erwartet. Die Zahl für März wurde von ohnehin schon weit unterdurchschnittlichen 129.000 auf 94.000 revidiert. Die Daten werden als Zeichen interpretiert, dass die US-Wirtschaft zwar (nach einem Durchhänger) wieder Fahrt aufnimmt – aber nicht genug, um Sorgen vor einer vorgezogenen Zinswende anzuheizen. Ein Bild wie gemalt…

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