Zwischenrufe aus Übersee

Wie ein Europäer den Alltag an der US-amerikanischen Ostküste erlebt.

Alfons Flatscher ist Journalist und Herausgeber, der 1996 auf die Idee kam, einen eigenen Verlag zu gründen: Den Report Verlag, der heute zu den führenden B2B-Verlagen Österreichs aufgestiegen ist.

Exit Grexit ...

Das ganze griechische Theater will einfach keine Ende nehmen und statt besser wird es nur noch schlechter.  Zunächst schnürten die Euro-Länder ein Rettungspaket, um die französischen und deutschen Banken aus der Malaise zu befreien und dem gemeinen Steuerzahler die Schulden umzuhängen. Investoren und Spekulanten waren fein raus. Das zweite Hilfspaket legte Brüssel auf, weil es sich ideologisch eingemauert hatte. Keine EU ohne Euro, hieß es. Was die Dänen und die Briten dazu sagten, wollte man lieber gar nicht wissen. Und das dritte kommt jetzt, weil sich Merkel und Co einfach nicht eingestehen wollen, dass die Hilfsgelder allesamt verloren sind. Statt Fehler einzugestehen, wirft man lieber dem schlechten Geld gutes nach.

Die Mutlosigkeit ist atemberaubend und das Ende absehbar. Der nächste definitiv letzte Krisengipfel kommt bestimmt – und die Hilfsgelder sprudeln, bis endgültig nichts mehr zu retten ist.

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Unis unternehmen

Wissenschaft und Wirtschaft gehen Hand in Hand. An der amerikanischen Elite-Universität Princeton legt man jetzt noch einen Zahn zu: Unternehmertum soll die Klammer werden, die alles verbindet.

An der Uni Wien hat vor ein paar Jahrzehnten ein Angebot von IBM an einem kleinen Institut für einen wahren Studentenaufstand gesorgt. Der amerikansche Konzern wollte dem Institut Computer als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen – und die Entrüstung war groß. Ein Anschlag auf die Freiheit der Wissenschaft wurde geortet und mit wahrer rhetorischer Akrobatik zogen die Militanten ins Feld.

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Es ist etwas faul …

... wenn hinigen Staaten Geld nachgeworfen wird, aber dem Mittelstand der Zugang zum Kapital enorm erschwert wird. Entgegen allen öffentlichen Bekundungen gibt es sie, die geleugnete Kreditklemme. Der Zugang zu Fremdkapital ist für Unternehmen über die Jahre so erschwert worden, dass viele längst aufgehört haben, danach zu fragen. Die Investitionsbereitschaft sinkt ins Bodenlose. Der Mittelstand haut den Hut drauf, das ist die Analyse von Wolfgang Lusak, Unternehmensberater und Report-Blogger. Und genau das ist eine Erklärung für die dahinsiechende Konjunktur. Europa hat sich entschieden, Staaten den Vorrang vor Unternehmen zu geben. Die Rechnung folgt prompt: mehr Arbeitslose, weniger Wachstum und eine Regierung, die als Antwort auf leere Kassen nur noch mehr Kontrolle kennt. Bald hat jeder Unternehmer seinen eigenen Prüfer und die Metternich’sche Finanzrepression ist perfekt.

Wie gesagt: Es ist etwas faul ...

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Fliegen und Spielen

Unternehmertum beginnt in den USA früh. Die Gründer sind um die 20 und starten ihr Geschäft bereits in der High School – ohne bürokratische Hürden.

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Auf das Zelt gekommen?

Eigentlich hatte ich mir eine Politikabstinenz verordnet. Ich wollte mich nicht mehr ärgern und dachte: Schluss! Jetzt ignoriere ich einfach, was von den Regierenden getan wird. Das ist der Lebensqualität zuträglicher und bereitet keine Kopfschmerzen.

Der gute Vorsatz ist allerdings dahin, wenn die Innenministerin Zeltstädte für Flüchtlinge zu errichten beginnt: Das ist nämlich nicht mehr zum Ärgern sondern zum Genieren. Ist es tatsächlich so weit, dass die Antwort auf die Verpflichtungen aus der Genfer Konvention im Zelt zu finden ist? Fällt uns nichts Besseres ein? Und was sagt das über Land und Leute aus?

Immer noch habe ich den Kinderglauben, dass Österreicher besser sind als ihre Regierenden, dass wir irgendwie Darwin auf den Kopf gestellt habe und dass an der Spitze des Landes nicht die Besten landen, obwohl mir alle sagen, das Gegenteil ist wahr: die da oben spiegeln was darunter ist.

Trotzdem glaube ich, wir können mehr. Aber es wird Zeit auch zu zeigen, dass wir noch lange nicht im Zelt angekommen sind.

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Klagen, Klagen, Klagen ...

Jeder klagt jeden. Die Amerikaner pochen auf ihr Recht zu klagen und lähmen damit ein System. Dahinter steckt eine Heerschar von Rechtsanwälten, mit raffinierten Methoden.

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Do and Don't

Die vergangenen Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, was man in Österreich als Politiker tun darf und was nicht. Eine ganze Berufsgruppe als Steuerbetrüger darzustellen, ist überhaupt kein Problem, im Gegenteil. Endlich wird denen das Handwerk gelegt, heißt es dann. Höchste Zeit, dass die voll zahlen! Die Registrierkassenpflicht ist eine glorreiche Idee und man fragt sich, wie viele Größte Steuerreformen aller Zeiten (GRÖSAZ) wir uns schon hätten leisten können, wäre sie früher eingeführt worden. Und wenn wir jetzt auch noch das Bankgeheimnis streichen, dann werden die feuchten Träume der Steuerfahnder endlich wahr und der Budgethimmel hängt voller Geigen.

Was man auf keinen Fall tun darf, ist zart, nebenbei, in einem Halbsatz darauf hinweisen, dass die beamtete Lehrerschaft – wie formuliert man das am besten, ohne gleich in einer Protestflut erstickt zu werden – vielleicht mit 1000 Minuten Unterrichtszeit pro Woche nicht ganz ausgelastet ist. Da quellen dann die Foren über, Experten, allesamt Lehrer oder ehemalige, erkären, dass diese tscheranten Ignoranten nicht die leiseste Ahnung vom enormen Arbeitsleid dieser schwer geschwundenen Berufsgruppe haben. “Nicht mit uns!” ruft dann Fritz Neugebauer , schließlich ist man längst an den Grenzen des Machbaren angekommen. 1000 Minuten sind genug, wer 1001 Minuten will, dem erklären wir den Krieg! Und was macht der Politiker: Er entschuldigt sich kleinlaut und redet fortan nur noch von Registrierkassen und unternehmerischen Steuerbetrügern. Da ist ihm der Applaus sicher...

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Tuvia ganz allein

Mit dem zweiten Bestseller in Folge ist Tuvia Tenenbom zum Superstar der Autorenszene geworden. Mit »Allein unter Juden« liefert er einen Reisebericht über das Land seiner Herkunft und überrascht mit seinem Urteil: »Der Konflikt ist nicht zu lösen! Wir leben weiter ...«

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Entzaubert

Es war überraschend, zu sehen, wie wenig es eigentlich gebraucht hat, um die Stimmung zu drehen. Ein neuer Parteiobmann und Vizekanzler, ein neuer Finanzminister und schon erlebte die siechende ÖVP einen Aufschwung in den Meinungsumfragen. Es war ein Beweis dafür, dass die Österreicher ein genügsames Völkchen sind und der kleinste Schritt als Signal einer Zeitenwende interpretiert wird. Ich habe das nie verstanden. Strukturell hat sich nämlich nichts verändert, ein paar neue Köpfe in einem uralten System – mehr war das nicht. Aber ich bin ein Skeptiker und habe schon vor Jahren aufgegeben, das österreichische System für reformierbar zu halten. Es ändert sich erst etwas, wenn der Offenbarungseid geleistet ist und die Institutionen – vormals Troika – das Regiment übernehmen. Vorher bleibt alles, wie es war, nur ab und zu sorgen frische Gesichter für neuen Unterhaltungswert.

Die Zahl der Skeptiker wächst, selbst die größten Optimisten werden jetzt nach der Präsentation des Steuerreförmchens zu Zweiflern. Wenn Großkoalitionäre von der Entlastung des kleinen Mannes reden,  ist es höchste Zeit, sein Geldbörsel zu verstecken – weil sich der Staat anschickt, tief hineinzugreifen.

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Juno oder die seltsame Wettershow

Die Amis sind ein seltsames Volk, alles machen sie zur Show – selbst das Wetter. Mit unerwarteten Folgen....

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio stellte die Stadt kurzerhand unter Quarantäne als Juno, der Wintersturm, mit gewaltigem Mediengetöse auf die Stadt zuraste. In der acht Millionen Weltmetropole kam das Leben zum Stillstand und jeder, der nicht unbedingt außer Haus musste, blieb daheim, was den Anbietern von Pornovideos im übrigen Rekordzugriffe brachte. Die Schmuddelindustrie gehörte zu den Juno-Profiteuren, die Medien hingegen erlebten eine Blamage, die zwar nicht einmalig dafür aber offensichtlich wie selten war.

Die Nachrichtenstationen des ganzen Landes hatten sich auf den angekündigten Jahrhundert-Event eingerichtet und inszenierten a la CNN in einer Endlosschleife wie beim spurlosen Verschwinden der Malaiischen MH70. Der ehemaligen Topnachrichtensender hatte ein eigenes Juno-Mobil eingerichtet, einen überdimensionierten Geländewagen aus dem die Reporter live moderierten. An jeder Ecke waren Kamerateams positioniert, die das Spektakel einfangen sollten. Auch die Kollegen von den gedruckten Nachrichten taten ihr Bestes um die ausbrechende Hysterie zu befeuern: Die New York Post titelte in fetten Lettern: „Closed!“ Die Megametropolis war geschlossen wie ein Krämerladen. Dem Jersey-Journal gelang eine Wortschöpfung: „Whiteout“ - statt Blackout. Der Globe schrieb schlicht vom nationalen Notstand.

Die Fernsehsender NBC, ABC, CBS und natürlich CNN kannten nur mehr ein Thema.

Aber anders als bei den politischen News-Shows, bei denen immerhin noch eine entfernte Möglichkeit besteht, dass das, worüber gerade überdimensional berichtet wird, auch mit der Wahrheit zu tun hat, machte Juno CNN & Co einen Strich durch die Rechnung. Zwischen Berichterstattung und tatsächlichem Ereignis bestand kein Zusammenhang und jeder konnte es sehen.

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Griechische Tragikomödie

Die Griechen haben Sinn für Inszenierungen und gefallen sich neuerdings in der Rolle des wilden Manns. Die EU gibt sich brüskiert. „Die Griechen fahren gegen die Wand“, sagt da etwa unser Wirtschaftsminister, „und sie wollen uns ins Auto setzen.“

Dem Mann dürfte entgangen sein: wir sitzen längst drinnen! Freizügig hat die Republik Haftungen unterschrieben, und mit dem Geld sind tatsächlich griechische Schulden getilgt worden, vornehmlich jene bei französischen und deutschen Großbanken.

Jetzt sind die heimischen Steuerzahler die Gläubiger eines maroden Staates, dank all jener die uns unter falschen Versprechungen zur Höllenfahrt eingeladen haben. Ja, das Auto nimmt Fahrt auf, die Wand kommt rasend schnell näher, wir sind Passagiere und nicht einmal angeschnallt. Es bleibt nicht mehr viel Zeit.

Aber Moment - wie sagte doch der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis unlängst: „Egal was sie sagen, am Ende werden sie zahlen.“

Einiges spricht dafür, dass die jetzigen politischen Eliten wieder einen Scheck ausstellen werden, der dann von einer künftigen Generation beglichen werden muss. Aber da sind die Herrn Minister dann längst in Pension und trägen keine Verantwortung mehr, für gar nichts. Aber das kommt uns ja irgendwie schon bekannt vor.

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Das Geschäft mit den guten Vorsätzen

Rund zehn Kilo hat der Durchschnittsamerikaner zu viel auf den Hüften - und zu Beginn des Jahres füllen sich die Fitnesscenter. Aber nicht für lange...

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Licht und Schatten

Folterberichte, rassistische Polizeigewalt: Das momentane Bild der USA könnte kaum schlechter sein und es überschattet die enormen Leistungen, die das Land erbringt. Die Spitzenforschung bahnt den Weg in eine bessere Zukunft. Elite-Universitäten spielen dabei eine zentrale Rolle.

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Griechenland Europas Hypo

Wir gehen durch die Wehen der Hypo Aufarbeitung und der parlamentarische Untersuchungsausschuss wird sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen wie Profite privatisiert wurden und Risken vergesellschaftet. Der Aberwitz der Kärntner Landeshaftung, die ins Uferlose gegangen ist, wird genauso betrachtet, wie die Dummheit oder grenzenlose Selbstüberschätzung bei der Verstaatlichung ohne Not. Schließlich wird der Steuerzahler mehr darüber erfahren, wie die Untätigkeit der zuständigen Finanzminister den aufgetretenen Schaden maximiert hat.

Während der eine Skandal aufgearbeitet wird, entwickelt sich der nächste im rasanten Tempo und das Muster von opulenten Haftungen, naiver Gesundbeterei und melodramatisch vorgetragenen Lügen wiederholt sich.

Österreich hat 2012 einen Haftungs-Blankoscheck für den europäischen Rettungsschirm ausgegeben, angeblich um Griechenland zu retten. Die Art und Weise wie da Milliarden ohne eingehende Diskussion in einer Nacht und Nebelaktion überschrieben wurden, ist erschreckend und vielsagend zugleich. Das sei eh nur eine Haftung, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Wenn man sie eingehe, werde sie niemals schlagend. Wie bei der Kärntner Hypo! Da wurde auch so getan als sei haften wie ein Leumundzeugnis ausstellen: gut gemeint aber im Ernstfall ohne Konsequenzen.

Rund 240 Milliarden an Stützungsgeldern sind seit dem Parlamentsbeschluss nach Athen geflossen, Gläubiger mussten schon einmal einen kräftigen Schuldenschnitt hinnehmen, trotzdem: Der Präsident des Münchner IFO-Institutes Hans-Werner Sinn, rechnet vor, dass heute der Schuldenstand Griechenlands größer ist als zu Beginn der Krise. Es wird gesundgebetet statt tatsächlich aufgeräumt.

Wenn dann die dicke Griechenland-Rechnung kommt, werden die Polit-Eliten schulterzuckend referieren, dass alles alternativlos gewesen sei, denn nach Lösungen zu suchen, an deren Ende nicht der Steuerzahler blutet, ist nicht Teil des Konzepts. Wie bei der Hypo...

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So nah und trotzdem fern

Als Grenzgänger zwischen Europa und den USA lebe ich nun schon seit mehr als vier Jahren den permanenten Perspektivenwechsel und zunehmend fällt es mir schwer den Interpreten der jeweils anderen Seite zu geben. Die Amerikaner wollen von einem Europäer wissen, was sich am alten Kontinent tut und sie geben offen zu, dass sie selbst nicht einen blassen Schimmer haben, wie die Welt jenseits des Altantik so tickt. Manchmal habe ich den Verdacht, es interessiert sie auch nicht wirklich, weil sich in ihnen das Konzept des musealen Europas gefestigt hat: Europa ist der Flecken Erde, den man bereist, wenn man sich anschaun will, woher man kommt. Es ist die Vergangenheit. In einem Land das manisch besessen ist von der gestaltbaren Zukunft, ist die Strahlkraft des Historischen begrenzt.

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Hexenjagd statt Aufklärung: Was ist los mit Justiz und Medien?

Hausdurchsuchungen, bei denen die Kamerateams vor den einschreitenden Beamten vor Ort sind, Einvernahmen, die im Wortlaut, kurz nachdem sie zu Ende gegangen sind, in Medien nachzulesen sind, Entwürfe von Anklageschriften, die die Leser von Wochenmagazinen früher in der Hand halten, als jene, die über eine Anklage zu entscheiden haben: Was ist los mit der heimischen Justiz und was ist faul mit den Medien, die kein Wort darüber verlieren, dass grundlegende Bürgerrechte mit Füßen getreten werden. Ein Beschuldigter in einem Strafverfahren hat Rechte, unabhängig davon ob er Maier, Huber oder Grasser heißt. Aber das ist längst eine altmodisch, verzopfte Ansicht, mittlerweile entscheidet die Staatsanwaltschaft selbst, wer schuldig ist und wer ohne Verfahren verurteilt und medial hingerichten wird. Anders ist nicht erklärbar, dass im Geheimniskrämerstaat Österreich plötzlich totale Transparenz herrscht und Aktenberge freihaus in Redaktionen geliefert werden.

Justitia trägt eine Augenbinde, das Schwert in der Rechten, die Waage in der Linken. Ohne Ansehen der Person, von Fakten bestimmt und schließlich mit der notwendigen Härte, entscheidet sie. Das war doch lange Zeit das Selbstbild der Justiz, aber jetzt hat sie die Utensilien ausgetauscht, statt der Augenbinde die Kamera, statt der Waage den Schreibstift der Journaille, statt des Schwertes den Henkerstrick.

Richter wurden abgeschafft, die Ankläger allein haben das Regiment übernommen, denn nach Ermittlungen, die fünf Jahre und mehr dauern, und bei denen jeder einzelnen Verfahrensschritt in diversen Käseblättern nachzulesen ist, hat sich die Öffentlichkeit längst eine Meinung gebildet. Schuldig, schuldig, schuldig!

Das Urteil ist gesprochen und die Strafe ausgefolgt, noch ehe die Hauptverhandlung begonnen hat: die bürgerliche Existenz des Beschuldigten ist vernichtet durch ausufernde Anwaltskosten und versiegende Einnahmequellen.

Ich bin lange genug im journalistischen Geschäft, um Fälle erlebt zu haben, bei denen Staatsanwälte und selbsternannte Aufdeckerjournalisten sich ihre Opfer ausgesucht und medial hingerichtet haben. Das ehemaligen Bautenministerium war eine Fundgrube. In einem Fall hat das Strafverfahren mehr als ein Jahrzehnt gedauert, seitenweise wurde über den vermeintlichen Korruptionisten berichtet, der Freispruch nach zehn Jahren wurde dann in einem dürren Dreizeiler vermeldet. Den Kollegen, der ein besonderer Eiferer in der Sache war, hab ich im Vieraugengespräch konfrontiert und meine Hoffnung auf ein Mindestmaß an Selbstreflektion wurde enttäuscht: „Unschuldig war er nicht, sie haben ihn halt nicht verurteilt.“

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Denkverbote und Klimawandel

Der Globus erwärmt sich, die Meeresspiegel steigen und die Katastrophe droht, sagen die Propheten des Untergangs William Happer hingegen sagt das genaue Gegenteil: Klimwandel ist gut für Mensch und Natur.

William Happer ist ein introvertierter Wissenschafter, lehrt Physik an der Universität von Princeton, einer der führenden Unis der Welt. Seine Sprache ist präzise, analytisch und seine Worte sind mit Bedacht gewählt. Nur wenn es um den Klimawandel geht, wird der Wissenschafter richtig rabiat:„Die Dämonisierung von Kohlendioxid ist wie die Dämonisierung der armen Juden unter Hitler. Kohlendioxid ist in Wirklichkeit gut für diese Welt, genauso wie das Judentum.“

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Mehr Netto....

Der Gewerkschaftsbund hat völlig recht: Mehr Netto vom Brutto! Wer arbeitet, soll auch ordentlich verdienen. Das ist moralisch richtig und wirtschaftlich gescheit. In einer Phase, in der die Wachstumsraten zusammenbrechen, gerade weil auch der private Konsum auslässt, ist das Gebot der Stunde endlich eine jahrzehntelange Fehlentwicklung zu korrigieren. Leute, die arbeiten, sollen auch viel davon haben.

Aber das steht so, oder so ähnlich ohnedies in den Wahlprogrammen aller Parteien, womit sich die Frage ergibt: Warum wird Arbeit trotz gegenteiliger Versprechen immer mehr belastet? Die Antwort: weils am einfachsten geht, weil der Widerstand der Lohnempfänger zu schwach ist, weil die meisten gar nicht wissen, wie viel ihnen der Staat Monat für Monat wegnimmt - und weil die „Gegenfinanzierung“ bedeuten würde, dass man Strukturen ändern und den Privilegierten weh tun müsste. Da sind dann plötzlich die Bauern-, Beamten- und Pensionisten-Vertreter alle strikt dagegen. Mehr Netto vom Brutto ist eine Sonntagsrede, am Montag dann liefern alle wieder mindestens die Hälfte des Lohns beim Staat ab. Wie lange noch?

 

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Reden um Geld

Diplome werden vergeben, Studienabschlüsse gefeiert. Jetzt haben begabte Redner Hochkonjunktur und sie verdienen gutes Geld.

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Der schlechteste Präsident

Die renommierte Quinnipiac Universität hat abgefragt, wen die Amerikaner für den schlechtesten Präsidenten seit dem 2. Weltkrieg halten. Barack Obama gaben 33 Prozent der Befragten an. An zweiter Stelle Georg W. Bush mit 28 Prozent. Dahinter weit abgeschlagen - wer hätte das je für möglich gehalten - Richard Nixon. Nicht einmal Watergate und der erzwungene Rücktritt reichten aus, um den nachhaltig schlechtesten Eindruck zu hinterlassen.

Freilich scheint es auch so zu sein, dass mit den Jahren das Urteil über einen ehemaligen Frontmann milder wird.

Jimmy Carter profitiert davon: Er rangiert auf der Negativliste nur auf dem vierten Platz. Vielleicht hat die Amerikaner mit ihm versöhnt, dass der Erdnussfarmer aus Georgia in seiner Politpension mit seinem humanitären Projekt "Habitat for Humanity" Großartiges geleistet hat.

2017 endet die Präsidentschaft von Obama und er kann sich jetzt schon überlegen, wie er die Zeit danach für eine Rehabilitation nutzen wird. Denn die verbleibende Amtszeit wird kaum ausreichen, um die politisch maßlos Enttäuschten, zurückzugewinnen.

Für den besten Nachkriegspräsidenten halten die Amerikaner Ronald Reagan, der mit 35 Prozent das Feld anführt. Weit abgeschlagen dahinter Bill Clinton mit 18 Prozent. An dritter Stelle John F. Kennedy mit immerhin 15 Prozent.

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