Baustoffindustrie Österreich - Erwartungen an eine neue Regierung

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Österreichs Baustoffindustrie ist wie kaum eine zweite Branche mit dem Standort Österreich verbunden. Um die daraus resultierenden positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte für die Zukunft zu sichern, ist auch die Politik gefragt.

Baurohstoffe werden überwiegend aus Österreich bezogen, österreichweit werden tausende lokale Arbeitsplätze gesichert, die Wertschöpfungseffekte verbleiben in den Regionen und die Betriebe sind standortgebunden. Damit die Unternehmen auch weiter diesen Beitrag für Österreich leisten können, müssen von der nächsten Bundesregierung neue Standortimpulse gesetzt werden:

Wertschöpfung und Versorgung sichern

Die österreichische Baustoffindustrie ist beinahe in jeder Gemeinde des Landes tätig. Diese regionale Verankerung sorgt für lokale Wertschöpfungseffekte und Arbeitsplätze – insbesondere in strukturschwachen Regionen. Daher ist die Sicherung der heimischen Versorgung mit Rohstoffen und die Stärkung der Unabhängigkeit gegenüber Dritten ein Gebot der Stunde. Die Sicherung des Zugangs zu Baurohstoffen und Stärkung der Versorgungssicherheit mit regional verfügbaren Rohstoffen muss ebenso ein erklärtes Ziel sein wie die Berücksichtigung des öffentlichen Interesses an der Rohstoffversorgung und damit einhergehend die Sicherung leistbaren Wohnens.

Zeitgemäße und praxisnahe Arbeitsmodelle

Die Baustoffindustrie ist eine Zulieferbranche – die Versorgung von Baustellen lässt sich mit der gesetzlich vorgesehenen Tagesarbeitszeitgrenze von zehn Stunden oft nicht vereinbaren. Daher ist die Erweiterung des gesetzlichen Spielraums zur Ermöglichung von »Just in time«-Lieferungen von größter Bedeutung. Flexiblere Zeitregelungen bis zur Höchstarbeitszeit von zwölf Stunden/Tag (max. 60 Stunden/Woche) müssen möglich werden – nicht als Regelfall, sondern zur Abdeckung von bauintensiven Spitzenzeiten und bei Bezahlung der Überstundenzuschläge.

Forcierung der Re-Industrialisierung

Überambitionierte Zielsetzungen im Energie- und Umweltbereich sind kontraproduktiv. Österreich muss im internationalen Standortwettbewerb gestärkt und die Baustoffindustrie als personalintensiver produzierender Sektor im Land gehalten werden. Der europäische Standard muss Maßstab sein. Ein Übererfüllen europäischer Ziele geht zu Lasten des Standorts für den wertschöpfungs- und personalintensiven produzierenden Sektor.

Die genannten Punkte stellen nur einen Auszug aus der Standortagenda der österreichischen Baustoffindustrie dar und sollten keinesfalls nur im Interesse der Baustoff- und Baubranche sein. Der allerwichtigste Punkt ist und bleibt allerdings die Eigenversorgung mit Roh- und Baustoffen. Österreich muss sich auch in Zukunft selbst versorgen können, andernfalls begibt man sich in die Abhängigkeit Dritter. Und das wird in der Regel immer teuer!

Zum Staunen und Verzweifeln
Endlich ein Modell, das etwas nützt. Ein Überblick...