Es ist die größte Kulturbaustelle Europas
und gleichzeitig eines der umstrittensten Projekte Deutschlands. Bei der Elbphilharmonie in Hamburg ist so ziemlich alles schief gegangen, was auf einer Baustelle schief gehen kann. Die Projektkosten sind von ursprünglich knapp 80 Millionen Euro auf fast 500 Millionen Euro explodiert und auch die Fertigstellung verzögert sich massiv. Ist man ursprünglich von einer Eröffnung im Jahr 2013 ausgegangen, ist jetzt von 2014 und sogar 2015 die Rede. Dazu kommen laufende Diskussionen und Gerichtsverhandlungen über bau- und sicherheitstechnische Aspekte des Projekts. Im November hat Generalunternehmer Hochtief die Bauarbeiten in einigen Teilbereichen des Projekts eingestellt, weil man die Sicherheit der Dachkonstruktion anzweifelte. Die Rede war von falsch berechneter Statik.
Jetzt ist das Landgericht Hamburg zu der Erkenntnis gekommen, dass der Baustopp nicht rechtens war und die Dachkonstruktion in der geplanten Form sicher ist. »Wir können die Einschätzung der Behörde nicht teilen«, heißt es vonseiten Hochtiefs. Die Bedenken des Unternehmens gegen die Statik sind bis heute nicht ausgeräumt. Die von Hochtief beauftragten Gutachter seien führende Statikexperten, die sich seit 2009 intensiv mit der Überprüfung der Dachkonstruktion beschäftigt haben und zu dem Ergebnis kommen, dass die geforderten Sicherheiten für die Stahl-Beton-Konstruktion nicht nachgewiesen werden können. Auch Folgeschäden wie Risse in der Konstruktion und im Ausbau seien möglich.
Hochtief will dennoch die Arbeiten am Dach »so schnell wie möglich wieder aufnehmen«, prüft aber parallel Risiko- und Haftungsfragen.
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