Kärchern für die Zukunft

Kärchern für die Zukunft

Aus Deponien werden weltweit Metalle und Mineralien als Wertstoffe sowie Energierohstoffe rückgewonnen. Diese Aufgabe erfordert maximalen Wirkungsgrad der Geräte und damit die laufende und gründliche Reinigung. Hier überzeugt Kärcher mit seinem Know-how, wie eine eben rückgebaute Sondermülldeponie in der Schweiz beweist.

Anlässlich der internationalen Fachpressetage in der Schweiz präsentierte sich Kärcher Mitte Oktober als Experte für Risk- und Safety Management. Rückbau von Deponien ist für das Unternehmen ein wichtiger Markt. Am Beispiel der Sondermülldeponie Kölliken in der Schweiz, deren Rückbauarbeiten im Juni 2015 abgeschlossen wurden, zeigt sich, welchen Stellenwert Reinigung im Rückbaukonzept hat.

Dazu Karl Fleischmann, Sales Director für Industrie und Kommunen, Kärcher Schweiz: »Die starke Kontamination des Sondermülls setzt Baggern und Beobachtungsfahrzeugen enorm zu.« Industrie- und Chemieabfälle greifen Fahrwerke, Raupen, Spezialwerkzeuge, Schaufeln und Fahrzeug-oberflächen an und können diese sogar in deren Funktion einschränken. »Wir haben daher auf Heißwassergeräte mit 600 bar von Kärcher gesetzt«, informiert Marcel Hotz, zuständiger Polier vor Ort. Die Reinigungsarbeiten hätten dadurch nur mehr ein Drittel der üblichen Zeit erfordert.

Die Zeiteinsparung ergibt sich aus der Kombination aus bis zu 85 Grad heißem Wasser und Hochdruck. Laut Fleischmann beschleunigt eine Temperaturerhöhung um 10 Grad die chemischen Prozesse und halbiert die Reaktionszeit. Öl, Fett oder Russ zerfließen durch die Wärmezufuhr und können leichter entfernt werden. Mit dem energiereichen Wasserstrahl werden zum Beispiel Stegzwischenräume der Raupenplatten mühelos von ausgehärtetem oder verklebtem Material befreit. Im kontaminierten Bereich wurde in Kölliken auf das Kaltwassergerät EcoCold 500/30 Classic gesetzt, um große Materialteile vor der Einlagerung in die Container grob zu reinigen.

Gestern und heute

Betrieben wurde die Sondermülldeponie Kölliken, 30 Minuten von Zürich entfernt, zwischen 1978 und 1985. In der größten Altlast der Schweiz, inmitten von Wohngebiet, fanden sich 457.300 Tonnen Sonderabfälle, in Fässern, Säcken und lose abgelagert.

2005 wurde die Gesamtsanierung gestartet. Für den Rückbau wurde über der Deponie eine frei stehende Halle errichtet, der größte stützenfreie Hallenkomplex Europas mit einer Grundfläche von 46.000 m². Die Decken sind an außen liegenden Bogentragwerken mit bis zu 172 m Spannweite aufgehängt. Für die Tragwerke wurden mehr als 6.000 Tonnen Stahl verbaut. Im Juni 2015 konnte der Rückbau schließlich abgeschlossen werden. »Zurzeit wird der Felsuntergrund beprobt. Zur Messung der Kontamination entnehmen wir Bohrkerne bis fünf Meter Tiefe«, berichtet Joseph Hochreuter, ehemals Bauleiter und Sicherheitsberater der Sondermülldeponie.

Es sind noch etwa 125.000 Tonnen Deckschichten und Fels zu entfernen. Hoch aktiv ist weiterhin die Wiederaufbereitungsanlage rund um das Deponieabwasser, die noch bis 2025 laufen wird. Derzeit ist das Wasser laut Hochreuter noch hoch toxisch. Welche Funktion die Deponiegrube künftig erfüllen wird, ist noch unklar, aber mit Kärcher gewann die Grube eine Zukunft.

Last modified onMontag, 21 März 2016 12:31
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