"Das gibt es in ganz Europa nicht"

Foto: »Wenn man sich heute die Bahnhöfe in Zürich, Linz, Graz, Salzburg anschaut, dann sieht man, wie diese lebendig und urban werden«, sagt Claus Stadler. Foto: »Wenn man sich heute die Bahnhöfe in Zürich, Linz, Graz, Salzburg anschaut, dann sieht man, wie diese lebendig und urban werden«, sagt Claus Stadler.

Der Bau & Immobilien Report sprach mit Claus Stadler, COO der UBM Development AG und Geschäftsführer von Strauss & Partner, über das Quartier Belvedere Central und die Vor- und Nachteile von Quartier- und Campusentwicklungen.

»Das Quartier Belvedere Central ist der Development Hotspot in Wien – fast eine zweite City, die direkt am Hauptbahnhof Wien entsteht,« ist Claus Stadler überzeugt und erklärt am Beispiel des QBC die Vor- und Nachteile von Quartier- und Campusentwicklung im Wohn- und Gewerbebereich.

Stadler: Die Lage an einer öffentlichen Verkehrsdrehscheibe ist sicher ein Riesenvorteil. Wir entwickeln die Hotels, die man an solchen Standorten zwingend braucht. Und wir schaffen freifinanzierte Eigentumswohnungen für eine Stadt der kurzen Wege. Das schlechte Image des Südbahnhofs gibt es nicht mehr. Wenn man sich heute die Bahnhöfe in Zürich, Linz, Graz, Salzburg anschaut, dann sieht man, wie diese lebendig und urban werden, dann hat man hier in Wien den absoluten Zenit geschaffen. Das ist eine Stadtentwicklung, die es in ganz Europa in dieser Form nicht gibt.
Ein Nachteil ist die rasche Entwicklung. Es ist keine gewachsene Stadt, sondern sie ist möglichst rasch gebaut worden, weil ja keiner verständlicherweise eine Baustelle ewig vor der Nase haben will.

Es geht darum. gewisse Bauformen zu schaffen, die eine gewisse Flexibilität aufweisen, sodass ich nicht nur ein Büro als Büro habe. Rahmenbedingungen gehören geschaffen, die in der Zeitachse Flexibilität zulassen. Zum Beispiel QBC oder Monte Laa: QBC hat Objekte, die eigentlich als Büroimmobilien zugelassen waren, als Wohnobjekt umgewidmet.

Es ist eine spezielle, komprimierte, jüngere Wohnform, die die Stadt Wien ermöglicht. In Monte Laa ist die Durchmischung von Gewerbe- und Wohnimmobilien gut. Aber im Laufe der Zeit hat sich das Verhältnis der Durchmischung zugunsten des Wohnens verschoben.Monte Laa ist heute zu 85 % fertiggebaut. Eine große Grünanlage durchzieht den gesam­ten Stadtteil. Und es sind wirklich von Anfang an alle Wohnungen vergeben worden. Die Verkehrsanbindung und die Naherholungsgebiete sind ein Riesenplus.

Report: Wie sieht die Zukunft aus? Was plant UBM Development als Nächstes?

Das Quartier Belvedere Central am Standort des ehemaligen Südbahnhofs als gelungenes Beispiel für eine Quartiersentwicklung.

Stadler: Wir haben eine klare Wachstumsstrategie ausgegeben. Unsere Zielmärkte sind Österreich, Deutschland und Polen. Wir haben in München momentan sehr große Zukäufe und sind auch in Warschau sehr erfolgreich. Wien ist das Schwergewicht, wir sind aber auch in Graz durch viele kleine Einheiten vertreten, auch im Logistikgeschäft. Nennenswert sind unsere historischen Beteiligungen am Cargocenter am großen Terminal in Graz-Werndorf. Wir haben vor kurzem erst einen Tender gewonnen, wo wir in den Vertragsverhandlungen sind.

Bei der Sternbrauerei in Salzburg sind wir auch aktiv. Die letzte Wohnung wurde gerade verkauft und übergeben. Das Wohnprojekt Aiglburg und die Riedenburg Kaserne, die wir gemeinsam mit der GSWB erworben haben, gehören zu den wichtigsten Immobilienprojekten in Salzburg. Wir sind dort derzeit in den Genehmigungsverfahren und starten im nächs­ten Jahr.

In Innsbruck wurde ein Hotel verkauft, in Kufstein tut sich einiges. Bei den Büroflächen ist es auch in Österreich zunehmend schwieriger geworden – das ist der Trend der Zeit. Letzte Woche wurde die Unternehmenszentrale von Zalando in Berlin mit 42.000 qm Bruttogeschoßfläche übernommen. Der Trackrekord sowohl im Office,- als auch im Wohnbereich und natürlich im Hotelleriebereich kann sich sehen lassen.

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