Kompaktes Statement

Foto: Vom zweigeschoßigen Eingangsfoyer. gelangt man über einen Treppenaufgang in die Arbeitswelt der Püspök Group. Foto: Vom zweigeschoßigen Eingangsfoyer. gelangt man über einen Treppenaufgang in die Arbeitswelt der Püspök Group. Foto: studiobaff

Umweltfreundlich und markant zeigt sich das neue Firmengebäude des burgenländischen Pioniers der Windkraftnutzung  Püspök Group in Parndorf. Dem Leitbild des Unternehmens entsprechend – einen Beitrag für die Welt von morgen zu leisten – haben ad2 architekten ein energieautarkes Gebäude entworfen, das unter anderem auf die thermische Speicherkapazität von Beton setzt.

Die Ausschreibungsunterlagen für das neue Firmengebäude formulierten die Vision für den neuen Firmensitz im Hinblick auf Ästhetik, Funktion und Energieversorgung. Den Architekten ist es hierbei gelungen, diese Parameter meisterhaft zu verbinden.

Auf die städtebaulich unscheinbare Lage reagieren sie mit einem imposanten Bauwerk mit L-förmigem Grundriss, das auf einer Basis thronend im Norden und Osten zum angrenzenden Parkplatz bzw. zur Bahnstrecke hin ein starkes Rückgrat bildet und so auch als Lärmschutz dient. Im Süden und Westen öffnet sich der Baukörper mit bodentiefen Fenstern zu einem Hof, der formal durch ein schwebendes Fachwerk – verkleidet mit Photovoltaikzellen – zu einem Ganzen zusammengeführt wird. Diese spielerisch angeordneten Elemente dienen einerseits dem Sichtschutz und ermöglichen andererseits den Ausblick in die umgebende Landschaft. Der Sockel des Bauwerks – das Erdgeschoß – verbirgt sich hinter einer begrünten und geneigten Fläche. Zwei prägnante Einschnitte in dieses Gelände  kennzeichnen die Zugänge: zu den Büros im Obergeschoß und zu den Nebenräumen im Erdgeschoß.

Speichermasse Beton

»Sowohl für die Anforderungen der Nachhaltigkeit als auch für die architektonischen Ansprüche war eindeutig Beton das sinnvollste Material für die Umsetzung«, so die Architektin Andrea Dämon von ad2 architekten. Die Vorzüge des Baustoffs hat man hier gleich mehrfach genutzt: als massive Abgrenzung und Lärmschutz straßenseitig, als Speichermasse zum Heizen und Kühlen des Gebäudes und die Sichtbetonflächen als gestalterisches Element im Innenraum. Sowohl die Gebäudehülle als auch das Dach sind bauteilaktiviert.

»Im Winter wie im Sommer haben wir ein äußerst angenehmes  Raumklima«, bekräftigt Projektmanager Roman Schmelzer der Püspük Group, »und vor allem keinen unangenehmen Luftzug von Klimageräten.«

Nachhaltiges Konzept

»Die Bauteilaktivierung ist für uns als Planer ein etabliertes System und hier auf jeden Fall die beste Lösung«, so die Architekten. Das vom Erdreich umhüllte Erdgeschoß wird über den Fußboden beheizt. Die zum Innenhof gelegene Fassade des Bürotrakts besteht aus dreifach verglasten Fenstern, die teilweise öffenbar sind. Im Raum dazwischen liegen Lamellen, die einerseits als Sonnenschutz dienen und andererseits die Belichtung gezielt lenken können. Ein kontrolliertes Be- und Entlüftungssystem mit Wärmerückgewinnung sorgt für ausreichend frische Luft. Der Strombedarf wird fast zur Gänze von der Photovoltaikanlage produziert und versorgt auch die firmeneigenen Elektroautos. Ladestationen sind am Parkplatz vor dem Gebäude eingerichtet. Auch die Baumaterialien wurden bewusst gewählt, so kamen vorwiegend HFKW-freie Dämmstoffe zum Einsatz, auf PVC hat man sowohl bei Fenster und Türen als auch beim Innenausbau verzichtet.

Projektdaten:

Bauherr: Pigan Privatstiftung, Parndorf
Architektur: ad2 architekten ZT KG, Weiden am See
Baufirma: Baumeister Peck GmbH, Andau
Ortbeton: Perlmoser Beton GmbH, Wien
Baubeginn: April 2014
Fertigstellung: Mai 2015
Heizwärmebedarf: 15,3 kW/m² a

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