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Die Werkzeuge der Bauunternehmen

»Für knapp 11 % der Bauunternehmen spielt BIM heute eine ›sehr große‹ oder ›eher große‹ Rolle, für 58 % spielt hingegen BIM keine Rolle im Berufsalltag.« »Für knapp 11 % der Bauunternehmen spielt BIM heute eine ›sehr große‹ oder ›eher große‹ Rolle, für 58 % spielt hingegen BIM keine Rolle im Berufsalltag.«

Eine aktuelle Umfrage des Bau & Immobilien Reports zeigt, welche CAD- und AVA-Programme in den heimischen Bauunternehmen tatsächlich zum Einsatz kommen.

Der Bau & Immobilien Report hat auch heuer wieder die österreichischen Bauunternehmen befragt, mit welchen CAD- und AVA-Programmen sie arbeiten. Dabei wurde das Ergebnis aus dem Vorjahr bestätigt. Wie bei den Architekten (siehe Bau & Immobilien Report 8/2016) vertrauen auch die meisten Bauunternehmen (31,25 %) bei der Planungssoftware auf das klassische AutoCAD. Dahinter folgen Allplan mit 18,75 %, ArchiCAD mit 16,05 % und Revit mit 8,04 %. Damit zeigt sich einmal mehr, dass der Markt für CAD-Software fest in der Hand zweier Konzerne ist. Drei Viertel der heimischen Bauunternehmen vertrauen auf Lösungen aus dem Hause Autodesk oder der Nemetschek-Gruppe.



Die Zufriedenheit mit den verwendeten Programmen ist generell hoch. Die besten Noten stellen die User Revit (Durchschnittsnote: 1,3) aus, gefolgt von Allplan (1,4) und AutoCAD (1,7). Ähnlich wie die Architekten zeichnet auch die Bauunternehmen ein hohes Maß an Treue aus. Nur knapp 7 % denken aktuell über einen Softwarewechsel nach. Die Wechselwilligen tendieren dabei vor allem zu Revit und Allplan. Noch eine Spur eindeutiger fällt das Ergebnis in Sachen Ausschreibungs-, Vergabe- und Abrechnungssoftware aus. Mit fast 43 % liegt Auer Success unangefochten an der Spitze. Auf den Plätzen folgen ABK-AVA (21,97 %) und ORCA AVA (6,59 %). Die besten Userbewertungen gibt es für ORCA AVA (Durchschnittsnote: 1,2) und Abis-AVA (1,3), gefolgt von Auer Success und ABK-AVA (je 1,7). Knapp 8 % Prozent denken aktuell ernsthaft über einen Softwarewechsel nach, davon profitieren hauptsächlich Nevaris und Auer Success.



BIM in der Warteschleife
Auch wenn alle Welt davon redet, im Arbeitsalltag der Bauunternehmen ist Building Information Modeling noch nicht angekommen. Während international die BIM-Durchdringung schon sehr hoch ist, hinkt man hierzulande noch deutlich hinterher. Nur für knapp 11 % der Bauunternehmen spielt BIM heute eine »sehr große« oder »eher große« Rolle. Der große Rest hat mit BIM nicht viel am Hut. Nicht nur einmal bekamen unsere Call Center Agents »Bitte lassen Sie mich mit dem Thema in Ruhe« zu hören. Das könnte sich aber in Zukunft ändern. Denn fragt man nach dem Stellenwert, den BIM in Zukunft einnehmen wird, waren es im letzten Jahr etwas über 50 Prozent, die BIM eine »sehr große Rolle« oder »eher große Rolle« attestierten, heuer wird BIM schon für knapp 60 Prozent in Zukunft deutlich an Stellenwert gewinnen.

Für die vorliegenden Ergebnisse hat der Bau & Immobilien Report 113 Bauunternehmen mittels Online-Fragebogen und Telefoninterviews befragt.


Tagebuch "Building Information Modeling" von Klaus Lengauer: Was mit BIM alles möglich ist

Mit BIM werden Auch metainformationen wie bauphysikalische Werte oder Baustoffeigenschaften transportiert. Bauproduktehersteller können BIM zudem als Marketinginstrument nutzen.

Ein BIM-Modell ist ein 3D-CAD-Modell mit integrierten Informationen“ beschreibt im Wesentlichen das Ergebnis eines BIM-Planungsprozesses. Die dreidimensionalen Gebäudekomponenten tragen nicht nur die Geometrieinformationen wie Länge, Breite, Höhe und Lage, sondern auch zusätzliche (Meta-)Informationen wie bauphysikalische Werte, Baustoffeigenschaften und vieles mehr. Kurz: Viele der Informationen, die bisher in Form von technischen Baubeschreibungen, Produktdatenblättern und Leistungsbeschreibungen geliefert wurden, werden direkt an die betreffenden 3D-Bauteile angeheftet, welche so im wahrsten Sinne des Wortes zu Datenträgern werden.

Ist die Zahl der erforderlichen Informationen bei Bauteilen wie Wänden, Decken, Stützen noch überschaubar, kann sie bei komplexeren Komponenten wie Fenstern, Türen, Fassaden je nach Planungsphase schnell mal auf ein paar Hundert anwachsen und bei Elementen der technischen Gebäudeausstattung für den Planer schier unüberschaubar werden. Um diese Menge an Informationen zu bewältigen, arbeiten die verfügbaren BIM-Programme mit der Möglichkeit, mittels „geometrielosen“ Imports große Datenmengen bei den jeweiligen Bauteilen zu hinterlegen und beim Export nur die Informationen aus ihrem Modell an das gemeinschaftliche BIM-Modell weiterzugeben, die für die jeweilige Planungsphase notwendig sind.

Bauprodukthersteller können „BIM“ so auch als Marketingwerkzeug nutzen, indem sie anstelle »dummer« 2D-Produktsymbole oder CAD-Zeichnungen parametrisierbare und konfigurierbare BIM-Objekte bereitstellen. Damit unterstützen sie den Planer wesentlich, durchgängige und medienbruchfreie Planungs-, Fertigungs- und Montageprozesse zu modellieren. Planer erhalten damit mehr Planungssicherheit, Ausführende brauchen Produktdaten nicht umständlich zusammenzusuchen, und Hersteller haben den Vorteil, dass Anforderungen, die ihre Produkte erfüllen, mit der Einbindung ins BIM-Modell in das Leistungsverzeichnis übernommen und ausgeschrieben werden. BIM-Objekte sind hier eine sinnvolle Ergänzung bzw. Ersatz der Planungs- und Herstellerunterlagen.

Zur Person
Klaus Lengauer ist BIM-Consultant bei A-NULL Bausoftware und Mitglied in vielen relevanten Normenausschüssen. Als einer der führenden Experten in Sachen Building Information Modeling wird er die Leserinnen und Leser des Bau & Immobilien Report mit seinem BIM-Tagebuch mit Neuigkeiten und Hintergrundinfos zum Thema BIM versorgen.



Foto: Im Wortsinn. »3D-Bauteile werden durch BIM zu ›Datenträgern‹.«


Produktnews: Nuvem

Mit Nuvem präsentiert die W. Scheidl KG die Nachfolgesoftware zu HSBAU(R)Evolution und will damit Maßstäbe unter Cloud-Lösungen am AVA-Markt setzen. Eine Besonderheit ist die hohe Kompatibilität. Nuvem läuft ohne Einschränkungen unter allen gängigen Systemen wie Windows, Macintosh, Linux, Android und iOS. »Nuvem ist nicht nur die Software mit der größten Systembasis am Markt und damit besonders zukunftssicher, sie ist auch schnell, sicher und benutzerfreundlich«, ist Werner Scheidl überzeugt.

Die Software passt sich automatisch an das Format an, ob im Querformat am Desktop oder im Hochformat am Tablet. Mit klicken, tippen oder wischen wird auch das gewohnte Handling unterstützt. Außerdem wurde Nuvem mit einer neuen Benutzeroberfläche, die auch wieder zoomfähig ist, und mit zahlreichen Funktionen erweitert. So kann der User erstmals frei wählen, ob er das Aufmaß nur für eine Position, oder LV-übergreifend bearbeiten will. Bei der LV-Erstellung können gleich mehrere Positionen übernommen und automatisch sortiert und ergänzt werden.

Neu ist auch die Integration von Google-Maps. Damit werden nicht nur Standorte der Projekte visualisiert, sondern bei Adresseingabe auch Ortsnamen und Postleitzahlen ergänzt. Und schließlich verspricht Nuvem ein Arbeiten ohne Datenverlust. Denn selbst bei einem Stromausfall oder Computerabsturz kann man nach dem Neustart einfach weiterarbeiten.



Foto: Passt sich automatisch an und verbessert mit der neuen Anordnung die Übersicht.


Letzte Änderung amSamstag, 13 Mai 2017 11:15
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